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Überfälle vor Somalia: 

Indische Marine versenkt Piratenschiff

19. Nov 2008 11:42
Piraten haben ein chinesisches Fischerboot gekapert.
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Vor der Küste Ostafrikas haben Piraten weitere Schiffe in ihre Gewalt gebracht. Allerdings konnte die deutsche Marine zwei Kaper-Versuche vereiteln. Ein Schiff der Freibeuter wurde in einem Gefecht versenkt.

Der griechische Rundfunk berichtete am Mittwochmorgen, ein griechisches Schiff mit 23 Besatzungsmitgliedern an Bord sei gekapert worden. Den Überfall habe der Kapitän der Reederei noch per Funk melden können, bevor die Piraten das Schiff enterten. Am Dienstagabend war bereits bekanntgeworden, dass ein unter der Flagge Hongkongs fahrender Frachter in die Hände der Seeräuber fiel. Nach Angaben der US-Marine gehört das Handelsschiff dem Iran.

Bei einem ebenfalls am Dienstag gekaperten Trawler handelt es sich um ein thailändisches Fangschiff mit 16 Mann Besatzung. Das bestätigte das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB), das Meldungen über Seeräuberei aufnimmt, in Kuala Lumpur. Die Piraten hätten das Schiff mit zwei Schnellbooten verfolgt, sagte Noel Choong, Chef des IMB-Büros in Kuala Lumpur. Das Fangschiff sei auf dem Weg von Thailand in den Nahen Osten gewesen. Das Schicksal der Besatzung sei unbekannt. Der Kontakt sei abgerissen.

Marine greift ein

Die indische Marine versenkte vor Somalia ein Piratenschiff. Die Fregatte «INS Tabar», die im Golf von Aden patrouilliert, sei von den somalischen Seeräubern Dienstagabend unter Beschuss genommen worden, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung der Regierung in Neu Delhi. Es habe sich um einen Akt der Selbstverteidigung gehandelt.

Auch die deutsche Marine hat am Dienstag einen Piratenangriff vereitelt. Nach einem Hilferuf eines britischen Tankers im Golf von Aden habe die Fregatte «Karlsruhe» einen bewaffneten Hubschrauber losgeschickt. Als sich dieser dem Tanker «Trafalgar» näherte, ließen die Seeräuber nach Angaben der Marine von dem Schiff ab. Die Piraten hatten den britischen Tanker mit acht bis neun Schnellbooten angegriffen.

Bereits am Vortag hatte die deutsche Fregatte einen äthiopischen Frachter davor bewahrt, von Seeräubern gekapert zu werden. Auch in diesem Fall hätten sich die verdächtigen Boote mit hoher Geschwindigkeit entfernt, als der Bordhubschrauber der deutschen Fregatte eintraf. Der Frachter habe seine Fahrt von China nach Dschibuti unbeschadet fortsetzen können.

340 entführte Menschen in Piratenhand

Der Trend gehe demnach hin zu Überfällen auf Schiffe, die viele Meilen vor dem Horn von Afrika fahren, hieß es beim IMB. Die Piraten operieren dabei von einem sogenannten Mutterschiff aus. «Diese kriminelle Erscheinung gerät außer Kontrolle», sagte IMB-Direktor Kapitän Pottengal Mukundan in London.

Am Samstag hatten somalische Piraten ihre bislang größte Beute gemacht. Sie kaperten den saudischen Supertanker «Sirius Star». Dienstagnachmittag ankerte der Supertanker mit einer Fracht Öl im Wert von 100 Millionen Dollar vor der somalischen Küste. Dort wollten die Piraten den Ausgang der Verhandlungen um das Lösegeld für das Schiff und seine 25 Besatzungsmitglieder abwarten. (dpa/nz)

 
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