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Entführter Öltanker ankert vor Somalia: 

Piraten wollen Lösegeld für Supertanker

18. Nov 2008 17:15, ergänzt 22:15
Der Supertanker
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Seit Tagen befindet sich der Öltanker «Sirius Star» in Händen von somalischen Piraten. Dienstag ging das Schiff vor der Küste Somalias vor Anker - die Piraten wollen verhandeln. Inzwischen wurde sogar ein weiteres Handelsschiff entführt.

Somalische Piraten haben mit ihrer millionenschweren Beute, dem Supertanker «Sirius Star», einen ihrer Schlupfwinkel erreicht. Das am Samstag gekaperte, 330 Meter lange Schiff ging am Dienstag in der Nähe der Stadt Hobyo vor der Küste Somalias vor Anker. Dort wollten die Piraten jetzt den Ausgang der Verhandlungen um das Lösegeld für das Schiff und seine 25 Besatzungsmitglieder abwarten. Die Seeräuber hatten den voll beladenen Tanker des saudischen Ölkonzerns Aramco am Samstag vor der kenianischen Küste gekapert. Es ist das bislang größte Schiff, das Piraten in ihre Gewalt gebracht haben.

Drei Tage nach der Kaperung des Supertankers «Sirius Star» im Indischen Ozean brachten Piraten im Golf von Aden unterdessen erneut ein Handelsschiff in ihre Gewalt. Dabei handelt es sich um einen Frachter aus Hongkong mit 25 Besatzungsmitgliedern, wie das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB) in London am Dienstag mitteilte. Der saudi-arabische Außenminister Prinz Saud al-Feisal verurteilte den Piraten-Überfall auf das Schärfste. «Es ist eine abscheuliche Tat», sagte Al-Feisal in Athen nach einem Treffen mit der griechischen Außenministerin Dora Bakogianni. «Die Piraterie ist wie der Terrorismus eine Plage, die uns alle bedroht und gegen die wir alle gemeinsam vorgehen müssen», fügte er hinzu.

Der Tanker hat nach Angaben aus Saudi-Arabien zwei Millionen Barrel (318 Millionen Liter) Rohöl mit einem aktuellen Marktwert von rund 100 Millionen US-Dollar (gut 79 Millionen Euro) geladen und war auf dem Weg in die USA, als er von den Seeräubern aufgebracht wurde. Entgegen bisheriger Praxis schlugen die Piraten nicht vor der somalischen Küste zu, sondern weiter südlich vor der Küste Kenias.

Die 25 Besatzungsmitglieder - zwei Briten, zwei Polen, ein Kroate, ein Saudi und 19 Philippiner - sind nach Angaben der saudischen Betreiber-Gesellschaft «Vela International Marine» unversehrt. «Wir bemühen uns um ihre sichere und baldige Rückkehr», hieß es in einer Mitteilung. Vela warte nunmehr auf Kontaktaufnahme durch die Piraten. Aus Sicherheitsgründen und wegen des «heiklen Charakters» der Angelegenheit werde die Gesellschaft dazu keine weiteren öffentlichen Erklärungen abgeben.

US- Marine greift nicht ein

Eine Sprecherin der 5. Flotte der US-Marine in Bahrain sagte, man beobachte die Bewegungen der Piraten, plane aber derzeit kein Eingreifen. «Wenn (das Schiff) dem Muster vorangegangener Angriffe folgt, erwarten wir, dass es vor der somalischen Küste vor Anker geht», sagte Jane Campbell. «Derzeit verfolgen wir die Spur des Tankers nicht mit einem Kriegsschiff.»

Die Zahl der erfolgreichen Piratenüberfälle in der Region konnte nach Marine-Angaben durch verstärkte militärische und zivile Abwehrmaßnahmen von 53 Prozent im August auf 31 Prozent im Oktober verringert werden. Der Überfall auf die «Sirius Star» zeige jedoch, dass sich die somalischen Piraten auf die veränderte Lage einstellten und «immer gewagtere Angriffe» durchführten.

Gegenwärtig haben die somalischen Seeräuber noch zwölf Schiffe mit rund 250 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt. Unter den Schiffen ist auch der ukrainische Frachter «MV Faina» mit seiner Ladung von 33 Kampfpanzern und leichten Waffen, die für Kenia bestimmt sind. Nach jüngsten Berichten versuchen die Piraten inzwischen, einen Teil der Ladung zu löschen. (dpa)

 
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