18.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Von Piraten entführt: der Öltanker "Sirius Star"
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Im Golf von Aden wurde von somalischen Piraten ein großer Öltanker gekapert. Nun steuern die Freibeuter mit dem größten Schiff, das je entführt wurde, die somalische Küste an.
Der von somalischen Piraten gekaperte Super-Tanker «Sirius Star» hat sich am Dienstag dem Hafen Eyl an der somalischen Küste genähert. Die Seeräuber hatten den 330 Meter langen Tanker des saudischen Ölkonzerns Aramco am Samstag vor der kenianischen Küste gekapert. Es ist das bislang größte Schiff, das Piraten in ihre Gewalt gebracht haben. Der Tanker hat nach Angaben aus Saudi-Arabien zwei Millionen Barrel Öl mit einem aktuellen Marktwert von rund 100 Millionen US-Dollar (gut 79 Millionen Euro) geladen und war auf dem Weg in die USA, als er von den Seeräubern aufgebracht wurde.
An Bord des entführten Tankers, der Kurs auf die «Piratenküste» von Somalia nimmt, befinden sich 25 Besatzungsmitglieder aus Saudi-Arabien, Großbritannien, Kroatien, Polen und den Philippinen. Über genaue Forderungen der Entführer war zunächst nichts bekannt. Es wurde jedoch erwartet, dass sie ein Lösegeld in Millionenhöhe fordern würden.
Nach Angaben der 5. Flotte der US-Marine in Bahrain sank die Zahl der erfolgreichen Piratenüberfälle in der Region durch verstärkte militärische und zivile Abwehrmaßnahmen von 53 Prozent im August auf 31 Prozent im Oktober. Der Überfall auf die «Sirius Star» zeige jedoch, dass sich die somalischen Piraten auf die veränderte Lage einstellten und «immer gewagtere Angriffe» durchführten.
Derzeit befinden sich 12 Schiffe und 250 Besatzungsmitglieder in den Händen somalischer Piraten. Der Golf von Aden gilt mit fast 100 Piratenüberfällen allein in diesem Jahr als gefährlichste Schiffahrtsroute der Welt. Somalia hat seit 1991 keine zentrale Regierung mehr und ist nicht in der Lage, das Land oder seine Hoheitsgewässer zu kontrollieren. (dpa/AFX/epd)