Trauer um die Opfer des Busunglücks:
20 weiße Kerzen für die 20 Toten
10.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die evangelische St. Johanniskirche im Stadtteil Misburg ist voll besetzt, wegen der großen Anteilnahme wird der ökumenische Gottesdienst per Lautsprecher nach draußen übertragen. Mitschüler und Lehrer trauern um die 13-jährige Sandra, die mit ihren Eltern in den Flammen starb.
«Sie war ein ganz, ganz liebes Mädchen: fröhlich, lustig, hilfsbereit», sagt der Leiter der Kronsberg-Schule, Rüdiger Heins. Die Achtklässlerin war Jugendschützenkönigin, eine andere Tote die gute Seele eines Eishockeyclubs.
Bisher ist nicht geklärt, wie das Feuer entstand und warum es sich von der Bordtoilette aus in Sekundenschnelle ausbreitete. Obwohl die Feuerwehr sehr schnell am Unglücksort eintraf, konnte sie 20 Menschen nicht mehr helfen. «So ein schreckliches Ereignis hat bisher keiner von uns erlebt», sagt Garbsens Stadtbrandmeister Dieter Göhns. In den Reihen neben ihm beten Einsatzkräfte von Polizei und Rotem Kreuz. Sie alle werden die Bilder vom 4. November nicht vergessen können - wie Alfons Obermeier.
«Als jemand «Feuer!» rief, hat schon der ganze Bus gebrannt», erzählt der Überlebende am Montag einige Stunden vor der Trauerfeier. Er habe noch zwei Menschen, die an der vorderen Tür lagen, aus dem brennenden Fahrzeug ziehen können. Am schlimmsten sei die Stille gewesen, erinnert er sich an die Katastrophe. «Von hinten hat man keinen Ton gehört.» Seine Bekannte fand er später verletzt in einem Sanitätszelt wieder, auch sie überlebte. Für die 20 Toten werden in der Kirche 20 weiße Kerzen angezündet. (Christina Sticht, dpa)

