Erneut Skandal bei der Bahn:
13-Jährige ohne Fahrkarte aus dem Zug geworfen
07.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Mann habe sich auch nicht dadurch erweichen lassen, dass die 13-Jährige keine Verwandten in Wittstock hat. Zudem habe der Bahnbedienstete die Bitte ignoriert, mit seinem Diensthandy die Mutter des Mädchens anzurufen, damit diese in Neuruppin die geforderte Gebühr von 40 Euro bezahlen könne. «Er hat meiner Tochter erklärt, dass dies ein Diensthandy sei und ihm keiner die Gesprächskosten ersetze», zitiert die Zeitung die Mutter. Am Ende half ein Taxifahrer dem Mädchen weiter.
Eine erste Prüfung bestätigte laut Bahn-Sprecher im Wesentlichen den Sachverhalt. Das Unternehmen habe daraufhin umgehend Kontakt mit der Familie des Mädchens aufgenommen und sich «in aller Form entschuldigt». Diese habe die Entschuldigung angenommen. Der Schaffner sei vorläufig «aus dem Dienst genommen» worden und müsse mit dienstrechtlichen Konsequenzen rechnen, hieß es. Es gebe die klare Regelung, dass Minderjährige unter keinen Umständen aus dem Zug gewiesen werden dürfen, betonte der Sprecher. Der Vorfall werde jetzt gründlich untersucht.
Er ist vor dem Hintergrund eines ähnlichen Zwischenfalls in Mecklenburg-Vorpommern besonders brisant. Eine Zugbegleiterin hatte ein zwölfjähriges Mädchen mit Cello auf dem Rücken bei Einbruch der Dunkelheit wegen angeblichen Schwarzfahrens aus einem Zug geworfen. Die Frau wurde später wegen ihres offensichtlich falschen Handelns vom Dienst suspendiert. Auch ermittelt die Bundespolizei in dem Fall gegen die Schaffnerin. (nz/dpa)

