Suche nach der Ursache des Busunglücks: 

netzeitung.deFeuerwehr zweifelt an Zigaretten-Theorie

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Die Feuerwehr sucht weiter nach der Brandursache (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Feuerwehr sucht weiter nach der Brandursache
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zunächst war vermutet worden, dass ein heimlich rauchender Passagier den Brand in dem Fahrzeug ausgelöst hatte. Doch nach einer ersten Analyse konnte die Feuerwehr diese Theorie nicht bestätigen.

Die Feuerwehr hat Zweifel an der bisher kursierenden Theorie zur Ursache des schrecklichen Busunglücks auf der A 2 nahe Hannover geäußert. Die Brandspuren lassen nach Ansicht der Feuerwehr einen lange währenden Schwelbrand vor dem eigentlichen Brand vermuten. «Wir wissen die Ursache einfach nicht», betonte aber Bernd Keitel von der Feuerwehr Hannover. Zunächst vermuteten die Ermittler, dass der Brand von einem Passagier ausgelöst wurde, der heimlich in der Toilette geraucht habe.

Schon am Abend des Unglückstages hatte die Polizei diesen Verdacht geäußert, und sich dabei auf die Aussage einer Mitreisenden berufen. Die überlebende Frau, die den Brand entdeckte, berichtete von einem mitreisenden Mann, der kurz vor Ausbruch des Feuers offenbar auf der Toilette geraucht hat.

Bei ihren Zweifeln an der Zigaretten-Theorie beruft sich die Feuerwehr auf ihre erste Rekonstruktion des Brandverlaufs. Nach Angaben von Keitel deuten die hellen Flammen, die aus der Bustoilette schlugen und sich dann schnell im Bus ausbreiteten, auf einen langen Vorlauf des Brandes hin.

Möglicherweise habe es in der Toilette oder im unteren Teil des Busses zunächst einen Schwelbrand gegeben, sagt Keitel. Jedenfalls sei beim Öffnen der Toilettentür durch Sauerstoffzufuhr eine große Menge entzündlicher Gase rapide in Flammen aufgegangen.

Wie durch einen Kamin
Augenzeugen hatten von Rauchentwicklung in der WC-Kabine berichtet. Als die Toilettentür geöffnet wurde, schoss eine Stichflamme aus dem kleinen Raum ins Fahrzeuginnere. Das Feuer habe den Hochdeckerbus unter Umständen auch deshalb so schnell ganz erfassen können, weil sich die Flammen wie durch einen Kamin nach oben ausbreiten konnten. Wenn sich der Rauch sehr schnell im Bus verteile, bildeten sich zudem entzündliche Gase, erklärten die Ermittler.

Der Busfahrer habe nach den Feuerrufen der Passagiere sofort reagiert, sein Fahrzeug von der mittleren Spur an den Rand gesteuert und die Türen entriegelt und geöffnet. Der Fahrer habe noch bis zuletzt versucht, Menschen ins Freie zu bringen, sagte der Anwalt der Inhaberfamilie des hannoverschen Traditionsunternehmens Mommeyer. (nz/dpa/AP)