Letzter Start in Tempelhof:
«Der schönste Flughafen der Welt»
31.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Letzter Starter in Tempelhof: Georg Kohne
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach 85 Jahren ist der älteste Verkehrsflughafen der Welt geschlossen worden. Auf die Ehre, als letzter Pilot von Tempelhof zu starten, hätte Georg Kohne gerne verzichtet.
Auf diese Ehre hätte Georg Kohne gerne verzichtet. Der 51-jährige Lufthansa-Kapitän war dazu auserkoren, am Donnerstag um kurz vor Mitternacht mit einer 70 Jahre alten Junkers Ju-52 vom Flughafen-Tempelhof abzuheben. Auf der zweiten Startbahn startete zeitgleich Steffen Wardin mit einem der berühmten Rosinenbombers DC-3.
Kohne und Wardin sind die letzten beiden Piloten, die den Traditionsflughafen per Flugzeug verlassen. Für Kohne war es nach eigenem Bekunden «der traurigste Tag in meiner Laufbahn». Er nannte es noch immer unglaublich, dass nach 85 Jahren Tempelhof ein abgeschlossenes Kapitel der Luftfahrtgeschichte ist.
Emotionaler Moment FlughafenschließungDie Schließung des Airports mitten im Stadtgebiet weckt Emotionen bei denen, die von und mit ihm lebten. Andreas Zenk, Verkehrsleiter in Tempelhof, sagt: «Es ist, als ob eine Welt zusammenbricht, als hätte man einen Teil seiner Familie verloren.» Er habe 22 Jahre, «genau mein halbes Leben hier verbracht», den Verkehr auf dem Rollfeld geregelt, den Maschinen ihre Parkpositionen zugewiesen.
Ebensowenig wie Kohne kann er verstehen, warum der «schönste Flughafen der Welt» aufgegeben wird. Gleichwohl musste er nach Mitternacht in Tempelhof das Licht ausmachen.
(Sascha Meyer, dpa)