«Recht auf Humor»: 

netzeitung.deFranzosen dürfen Voodoo-Sarko pieksen

 Herausgeber: netzeitung.de

Sarkozy wollte, dass die Puppe vom Markt genommen wird (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sarkozy wollte, dass die Puppe vom Markt genommen wird
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Voodoo-Variante des französischen Präsidenten ist blau, aus Stoff und wird mit Stecknadeln verkauft. Doch das fand Sarkozy gar nicht lustig und zog wegen Beleidigung vor Gericht.

Eine «Voodoo-Puppe» mit den Zügen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy darf in Frankreich weiter verkauft werden. Sarkozy scheiterte vor Gericht mit seinem Anliegen, die Puppe wegen «Beleidigung» vom Markt zu nehmen. Es handle sich nicht um einen persönlichen Angriff, sondern sei Ausdruck der Meinungsfreiheit und des Rechts auf Humor, urteilte ein Pariser Gericht am Mittwoch.

Die etwa handgroße blaue Stoffpuppe wird zusammen mit Stecknadeln verkauft, die der Kunde in Anlehnung an ein afrikanisches Ritual in die Körperteile der Puppe stechen soll. Die Sarkozy-Puppe ist mit vielzitierten Sprüchen des Präsidenten bedruckt, etwa «Mehr arbeiten, um mehr zu verdienen» oder «Hau' ab, Du Idiot», was Sarkozy jemandem entgegnete, der ihm nicht die Hand schütteln wollte.

Die Voodoo-Affäre hatte in Frankreich für Aufsehen und Erheiterung gesorgt. Das Unternehmen, das die Puppe vertreibt, hatte Sarkozy Humorlosigkeit vorgeworfen. Die Puppe, die samt Gebrauchsanleitung 12,95 Euro kostet, wurde im Internet ein Verkaufserfolg. Von der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal gibt es ebenfalls eine Voodoo-Puppe - in sozialistisch Rot. Royal hatte sich zunächst ebenfalls aufgeregt, dann aber entschieden, die Angelegenheit mit Humor zu nehmen.

Es ist das erste Mal, dass ein amtierender Präsident vor Gericht unterliegt. Sarkozy ist dafür bekannt, dass er keinen Spaß versteht, wenn es um sein Image geht. Der gelernte Rechtsanwalt hat seit seiner Amtsübernahme vor gut einem Jahr mehrere Gerichtsverfahren angestrengt, weil er seine Privatsphäre verletzt sah. Die Fluggesellschaft Ryanair wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie in einer Werbung auf die damals bevorstehende Hochzeit mit Carla Bruni angespielt hatte. Eine Klage wegen der Veröffentlichung einer angeblichen SMS an seine Ex-Frau Cécilia zog Sarkozy zurück, nachdem der Journalist sich entschuldigt hatte. (dpa)