28.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Wiener Demo: nicht gegen Tramfahrer, sondern gegen Sozialabbau
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein übler Scherz mit Folgen: Weil er sich mit einem Gruß aus der NS-Zeit von seinen Fahrgästen verabschiedete, verlor der Tram-Lenker seinen Job bei der Wiener Straßenbahn. Für ihn war es nur ein Spaß.
Nach der Durchsage «Sieg Heil» ist ein Wiener Straßenbahnfahrer entlassen worden. Der Mann hatte sich bei der letzten Fahrt der Ringlinie 1 von den Fahrgästen via Mikrofon verabschiedet und seine Ausführungen mit dem nationalsozialistischen Gruß beendet. Die Betreibergesellschaft Wiener Linien erklärte am Dienstag, sie habe Konsequenzen gezogen und den Fahrer entlassen.
Der Vorfall vom vergangenen Wochenende wurde durch einen Bericht der Internet-Zeitung «Die Jüdische» bekannt. In einem Video, das im Internet auftauchte, war zu sehen, wie sich der Tram-Lenker von den feiernden Gäste in seinen «Führerstand» verabschiedete, wie er sich nach einem Bericht der Nachrichtenagentur APA ausdrückte.
Kurz darauf war über Lautsprecher die Abschiedsdurchsage zu hören, die mit «Sieg Heil» endete. Von Fahrgästen konfrontiert, rechtfertigte sich der Fahrer mit: «Versteht's Ihr keinen Spaß?» (AP)