22.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Manchmal wird die Waffe vorher konfisziert - wie hier bei einem vereitelten Amoklauf
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zwei Männer haben eine sexuelle Beziehung. Der eine allerdings pflegt auch «vielfältige Kontakte» zu Frauen. Das ärgert den anderen möglicherweise so sehr, dass er ihn von hinten erschießt.
Ein 21 Jahre alter Mann hat vor dem Landgericht Aachen gestanden, seinen zwei Jahre jüngeren Freund von hinten mit einer Armbrust erschossen zu haben. Über die Gründe der Tat wollte er sich am Mittwoch aber noch nicht äußern. Laut Anklageschrift hatten die beiden jungen Männer eine sexuelle Beziehung gehabt.
Der jüngere habe aber lieber «vielfältige Kontakte zu Frauen» unterhalten. Deshalb habe der ältere ihm am 3. April mit einer Armbrust einen 30 Zentimeter langen Pfeil mit Metallspitze in den Hinterkopf geschossen. Das Opfer saß demnach zum Tatzeitpunkt vor einem Computerbildschirm.
Tödliche Wunde am HinterkopfDie Leiche wurde später von einer Spaziergängerin in der Rur gefunden. Zwei Freundinnen hatten den 19-Jährigen bei der Polizei als vermisst gemeldet. Erst bei der Obduktion wurde die sehr kleine, aber tödliche Wunde am Hinterkopf des Opfers entdeckt. Fünf Tage nach der Tat wurde der 21-Jährige festgenommen. Zeugen beschrieben die beiden Freunde als sehr unterschiedlich: Der Ältere sei ruhig und zurückhaltend mit wenig sozialen Kontakten. Der Jüngere dagegen soll lebensfroh, lustig und kontaktfreudig gewesen sein.
Der Angeklagte sagte vor Gericht knapp und monoton: «Der Tatvorwurf ist richtig.» Er habe sich oft über den Freund aus Hauptschulzeiten geärgert und sich von ihm ausgenutzt gefühlt.
Die wenigen sexuellen Kontakte miteinander seien eher aus Neugier heraus entstanden und hätten nicht auf homoerotischen Neigungen beruht. Für den Mordprozess sind vier Verhandlungstage eingeplant. (dpa)