Streit an Bord eines Frachtschiffes: 

netzeitung.dePiraten beschießen sich gegenseitig

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Mehrere tote Piraten gab es auf diesem Frachtschiff (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mehrere tote Piraten gab es auf diesem Frachtschiff
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Die Piraten an Bord eines gekaperten Frachters vor Somalia scheinen die Nerven zu verlieren. Sie selbst erklärten die abgegebenen Schüsse allerdings mit den Feierlichkeiten zum Ende des Ramadans.

Bei einer Schießerei an Bord eines von Piraten gekaperten ukrainischen Frachters sind am Dienstag nach Angaben des US-Militärs drei Seeräuber getötet worden. Es habe offenbar Streitigkeiten unter den Piraten gegeben, sagte ein Sprecher vom Ostafrikanischen Programm zur Unterstützung von Seeleuten. Die Anwesenheit von drei Marineschiffen in Sichtweite der mit 33 Kampfpanzern beladenen «MS Faina» habe einige der Piraten offensichtlich verunsichert. «Einige wollten aufgeben und das Schiff verlassen, und die anderen wollten weitermachen», sagte er.

Nach Informationen des Sprechers wurde keines der 20 Besatzungsmitglieder des ukrainischen Frachters verletzt. Es wird geschätzt, dass etwa 50 Piraten an Bord des Schiffes sind. Ein US-Zerstörer und zwei andere Marineschiffe verhindern seit Tagen eine Weiterfahrt des entführten Frachters, haben aber bisher keinen Versuch unternommen, Schiff und Crew gewaltsam zu befreien. Die Piraten hatten gedroht, niemand an Bord werde eine Befreiungsaktion überleben.

Ein Sprecher der Piraten wies die Berichte über die Vorfälle zurück. Er sagte über Satellitentelefon, es habe weder einen Streit, geschweige denn eine Schießerei gegeben. An Bord sei das muslimische Fest des Fastenbrechens, Eid al Fitr, zum Ende des Ramadans gefeiert worden, sagte er der Nachrichtenagentur AP. Nichts habe sich an der Lage an Bord geändert.

«Neue Grenze überschritten»
Ahmedou Ould-Abdallah, der UN-Sonderbotschafter für Somalia, verglich unterdessen die Piraterie vor der somalischen Küste mit dem Handel mit sogenannten Blutdiamanten während des Bürgerkriegs in Liberia und Sierra Leone. Die moderne Seeräuberei vor der Küste des Krisenstaates am Horn von Afrika sei zu einem «Multimillionen-Dollar-Geschäft geworden, das viele Somalier anzieht», warnte er in einer Stellungnahme in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. «Kein Schiff, ob groß oder klein, Handelsschiff, privat oder militärisch, wird verschont. Mit dem Überfall auf das ukrainische Schiff ist eine neue Grenze überschritten.»

Zwei malaysische Schiffe kamen binnen zwei Tagen gegen Zahlung eines hohen Lösegeldes wieder frei. Doch noch immer haben Seeräuber rund ein Dutzend Schiffe und mehr als 200 Seeleute in ihrer Gewalt. (dpa/AP)