Trauer um Knuts Pfleger:
Mit Dörflein ist es ähnlich wie mit Lady Di
26.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Für sie war der 44-Jährige der Traumsohn. «Thomas war ein Sohn, wie man sich den wünscht. Er war so ein Lieber, nicht nur für die Tiere, sondern auch privat», sagte Erika Dörflein. Sie und die beiden älteren Schwestern hätten dem Nachkömmling «ganz viel Liebe mitgegeben. Deshalb war er nicht so ein Durchsetzungstyp. Aber er hat gelernt mit Knut, das war gut», sagte die Mutter.
Nach den Worten der Medienwissenschaftlerin haben viele Menschen durch die Berichterstattung über Knut und seinen «Ziehvater» so etwas wie eine «Intimität aus der Distanz» zu Dörflein aufgebaut. «Dörflein hatte so etwas wie eine Stellvertreter-Position für alle, die gern selbst mit dem kleinen Eisbären geknuddelt hätten», erläuterte die Wissenschaftlerin, die auch Reaktionen auf Medienberichte erforscht. Zudem habe Dörflein sympathisch und authentisch gewirkt.
«Man kann mit etwas, das als moralisch für gut befunden wird, auch sehr gut mitfühlen», sagt Katrin Döveling, die ähnliche Effekte bereits nach dem Tod von Prinzessin Diana und Papst Johannes Paul II. untersucht hat. «Sie meinen, Thomas Dörflein zu kennen und sind deshalb in der Lage, um ihn zu trauern.»
Ein Termin für die Beerdigung steht nach den Worten der Mutter noch nicht fest. Es werde an den 13. Oktober gedacht, weil Thomas Dörflein an dem Tag 45 Jahre alt geworden wäre, sagte sie. (dpa)

