26.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Polizisten wurden mit Schreckschusswaffen angegriffen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Sie hatten ihre Opfer per Notruf in einen Hinterhalt gelockt: Angeblich wollten die Jugendlichen den Polizisten die Waffen abnehmen und damit im Namen des «Heiligen Krieges» amerikanische Einrichtungen angreifen.
Die Schüsse auf zwei Kölner Polizisten am vergangenen Mittwoch hatten einen islamistischen Hintergrund. Die drei jungen Männer, die die Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und beschossen hatten, führten nach eigenen Worten einen «Heiligen Krieg». «Sie haben ausgesagt, sie wollten Märtyrer sein, sich am Dschihad beteiligen und all so Sachen», sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Rainer Wolf. Die drei Jugendlichen im Alter von 15, 16 und 17 Jahren sind türkischstämmig, aber in Deutschland geboren. Sie befinden sich wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Untersuchungshaft.
Im Verhör gaben die Jugendlichen den Angaben zufolge Sätze von sich wie: «Die Amerikaner müssen als Feind angegriffen werden.» Deutsche gehörten für sie wegen des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr ebenso zu den Feinden, sagte Wolf, Leiter der Staatsschutzabteilung bei der Kölner Staatsanwaltschaft.
Die drei Jugendlichen wollten den Polizisten demnach ihre Dienstwaffen entreißen, sie dann - um keinen Lärm zu machen mit Messern töten und die entwendeten Schusswaffen für Terroranschläge benutzen. «Sie wollten ganz unspezifiziert nach Heidelberg, weil da die ganzen Amerikaner sind, wie sie sagten», erläuterte Wolf. Das Wort «Kaserne» hätten sie allerdings nicht erwähnt.
Eltern vor den Kopf gestoßenAuffällig sei, dass es bei den drei jungen Männern offenbar «keine Einbettung in die Szene» gebe, sagte Wolf. Sie hätten sich zwar islamistische Hassvideos angesehen, aber nach bisherigem Kenntnisstand keinen Kontakt zu irgendwelchen islamistischen Gruppen gehabt. «Sie gehören keiner Vereinigung an, sind noch nie in Erscheinung getreten», betonte Wolf. Bis zur Verübung der Tat seien sie ganz normal zur Schule gegangen. Auch die Eltern, die noch vernommen würden, seien offenbar nicht fundamentalistisch. «Die sind wie vor den Kopf gestoßen.»
Die jungen Männer hatten in der Nacht zum Mittwoch eine 26-jährige Polizistin und ihren 38 Jahre alten Kollegen in einen Hinterhalt gelockt. Die Beamten waren zu einem Hilfseinsatz gerufen worden. Als sie sich einer auf dem Boden liegenden Person näherten, sprang diese plötzlich auf zugleich stürmten zwei weitere junge Männer aus dem angrenzenden Wald und bedrohten die Polizisten mit Schusswaffen. Die Polizisten gaben zwei Warnschüsse ab, worauf die Täter flüchteten und dabei mehrmals auf die Beamten schossen. Erst später stellte sich heraus, dass es sich um Schreckschusswaffen handelte. (dpa)