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Flughafen Köln-Bonn: 

SEK überwältigt Terrorverdächtige in Flugzeug

26. Sep 2008 10:27, ergänzt 13:30
Der Flughafen Köln-Bonn
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In ihrer Wohnung hat die Polizei Abschiedsbriefe gefunden: Die zwei Terrorverdächtigen stehen seit Monaten unter Beobachtung und sind von einem Sondereinsatzkommando der Polizei aus einem Flugzeug der KLM geholt worden.

Einsatzkräfte der Polizei haben am Freitagmorgen zwei Terrorverdächtige am Flughafen Köln/Bonn festgenommen. Die beiden Männer wurden nur wenige Minuten vor dem Start aus einem Flugzeug der KLM heraus geholt, das nach Amsterdam fliegen wollte, wie das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen bestätigte. Es handelt sich demnach um einen 23-jährigen Somalier und einen 24 Jahre alten, in der somalischen Hauptstadt Mogadischu geborenen Bundesbürger. Sie waren unbewaffnet bei der Festnahme.

Sie stünden im Verdacht, sich am sogenannten Heiligen Krieg (Dschihad) und möglichen Anschlägen beteiligen zu wollen. Die beiden Männer standen den Angaben zufolge schon länger unter Beobachtung. Das LKA berichtete von entsprechenden Abschiedsbriefen, die gefunden worden seien. Es bestehe aber nicht der Verdacht, dass die Terrorverdächtigen das Flugzeug entführen wollten.

Festnahme zehn Minuten vor dem geplanten Start

Das Landeskriminalamt betonte zudem, es sei eine ganz normale Festnahme gewesen, keine Erstürmung der Maschine. Das LKA wollte nicht bekanntgeben, wie der Verdacht auf die beiden Männer gefallen ist. Unter Verweis auf die andauernden Ermittlungen wollte eine Sprecherin keine weiteren Details bekanntgeben. Sie machte auch keine Angaben, ob die Festgenommen Waffen bei sich hatten. Sie machte keine Angaben, wohin die Männer weiterreisen wollten. Amsterdam ist ein großes Drehkreuz des internationalen Luftverkehrs. Laut «Tagesspiegel» wollten die Terrorverdächtigen weiter nach Pakistan reisen.


Die beiden Männer wurden den Angaben zufolge am Freitagmorgen um 6.55 Uhr festgenommen, zehn Minuten vor dem geplanten Start. Demnach wurden sie in einer Maschine der niederländischen Airline KLM festgenommen; das Flugzeug mit der Nummer 1804 wollte von Köln nach Amsterdam fliegen. Laut Flughafen war die Bundespolizei an der Festnahme beteiligt. Gegen Mittag war am Flughafen nichts Auffälliges mehr zu entdecken. Die Festnahme lief offenbar von den übrigen Passagieren im Ankunfts- und Abflugsbereich weitgehend unbemerkt ab.

Keine Erstürmung

Mit den Verdächtigen sei auch deren Gepäck aus der Maschine geholt worden, sagte der stellvertretende Pressesprecher des Flughafens Köln/Bonn, Alexander Weise. Der geplante Abflug der Maschine sei 7.05 Uhr gewesen, wegen der Polizeiaktion sei sie aber erst um 8.24 Uhr gestartet.

Auch Weise betonte, es könne keine Rede davon sein, dass das Flugzeug erstürmt worden sei. Vielmehr seien Polizeibeamte in die Maschine gegangen und hätten die beiden Männer nach draußen begleitet. Zu allen weiteren Details - etwa dem Grund der Festnahme, der Identität der Verdächtigen - verwies der Sprecher auf das Landeskriminalamt.

Kein Zusammenhang mit Suche nach zwei Islamisten

Die Bundesanwaltschaft sieht bisher keinen Ansatzpunkt für eine Übernahme der Ermittlungen. Das teilte ein Sprecher am Freitag in Karlsruhe mit. Bei dem Zugriff auf dem Flughafen handele es sich um eine Aktion in der Zuständigkeit der dortigen Polizei und Staatsanwaltschaft.

Der Fall steht nicht im Zusammenhang mit den beiden gesuchten Islamisten, die nach Angaben der Ermittlungsbehörden vom Donnerstag nach einem Aufenthalt in Terrorcamps auf dem Weg zurück nach Deutschland sind. Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt fahnden seit Donnerstag öffentlich nach den beiden Terrorverdächtigen Eric Breininger und Houssain Al Malla, die zum Umfeld der Sauerländer Terrorzelle zählen. Der aus dem Saarland stammende Breiniger hatte vor wenigen Monaten in einem Internet-Video der Islamischen Dschihad Union mit einem Selbstmordanschlag gedroht und zum «Heiligen Krieg» aufgerufen.

Breiniger extrem gefährlich

Der «Tagesspiegel» berichtete dagegen unter Berufung auf Sicherheitskreise, die beiden Männer seien vermutlich auf dem Weg zu Vertretern der Islamic Jihad Union (IJU) in Pakistan gewesen, die auch hinter der Sauerland-Zelle stecke. Ebenso gebe es eine Verbindung zu dem seit Donnerstag gesuchten Terrorverdächtigen Eric Breininger.

Das ZDF berichtete unterdessen unter Berufung auf Sicherheitskreise, Breininger gelte als extrem gefährlich und als direkte Bedrohung für Deutschland. Es gebe Erkenntnisse, wonach er sich um die Beschaffung von Sprengstoff bemühe. (AP/dpa)

 
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