19.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Brasilien ist nicht Bayern - auch wenn Jesus hier wie da eine überragende Rolle spielt
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein Hamburger Unternehmer wollte ein größeres Christus-Monument bauen lassen als die berühmte Figur in Rio de Janeiro. Der Stadtrat war allerdings nie begeistert - was sich bei der finalen Abstimmung zeigte.
Der geplante Bau einer 55-Meter hohen Christus-Statue in Nähe von Bad Reichenhall ist endgültig gestoppt. Der Stadtrat der bayerischen Kommune lehnte am Donnerstagabend eine unverbindliche Bauvoranfrage eines Hamburger Unternehmers mit großer Mehrheit ab. Eine Kopie des weltbekannten Vorbilds in Rio de Janeiro in Reichenhall wird es somit nicht geben. Auch die Kirchen hatten sich klar gegen das Projekt auf dem 1613 Meter hohen Predigtstuhl ausgesprochen. Kritiker sahen das bayerische Brauchtum in Gefahr und befürchteten eine Kommerzialisierung des Glaubens.
Im vergangenen Jahr hatte sich der Hamburger Unternehmer Harry Vossberg mit seiner Idee um eine Christus-Statue, die ihr Vorbild in Rio de Janeiro sogar um 22 Meter überragen sollte, an die Stadt Bad Reichenhall gewandt. «Für die Errichtung der Jesus-Statue stelle der Stadtrat keine Baugenehmigung in Aussicht und auch kein Leitplanverfahren», sagte der Pressesprecher der Stadt, Gerhard Fuchs. Bei 24 Stadtratsmitgliedern fand sich nur eine Ja-Stimme für das Projekt.
Der Stadtrat sehe es als unmöglich an, die riesige Christus-Statue mit dem Landschaftsbild um Bad Reichenhall zu vereinbaren, sagte Fuchs weiter. Zudem liege der geplante Standort für das Jesus-Monument im Schutzwald und in einem Heilwasserquellgebiet. Mit der Entscheidung des Stadtrats geht nun eine monatelange Diskussion zu Ende. Der Riesen-Heiland solle die Gegend zum Ziel von Pilgern machen, begründete der Unternehmer damals seine Pläne. (epd)