05. Sep 2008 14:40
Ein Ex-Finanzbeamter ließ sich im Ausland fast 500 Steuerkarten drucken, dann reichte er bei mehr als 60 Finanzämtern eine Steuererklärung ein. Damit hätte er eine Menge Geld ergaunern können.
Die Anklage, die zum Landgericht Mühlhausen erhoben wurde, lautet auf Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung. Einer Mitarbeiterin des Finanzamtes Mühlhausen sei eine der offensichtlich gefälschten Lohnsteuerkarte aufgefallen, die weder von den eingetragenen Gemeinden ausgestellt, noch von den betreffenden Firmen ausgefüllt worden sei. Ohne ihre Entdeckung wäre ein Schaden rund 120.000 Euro entstanden, erklärte die Anklagebehörde.Den Angaben zufolge ließ sich der Mann während seines Aufenthaltes in Malaysia 480 Lohnsteuerkarten für das Jahr 2007 drucken. Um keinen Argwohn zu erregen, habe er sich bundesweit bei den zuständigen Einwohnermeldeämtern angemeldet; sein Wohnsitz sei jeweils die Anschrift einer Jugendherberge oder eines Hotels gewesen. Den Einrichtungen habe er mitgeteilt, dass er dort in Kürze übernachten wolle. Zugleich habe der 59-Jährige für jede einzelne Steuererklärung ein gesondertes Sparkonto eröffnet, da hierbei - anders als bei Girokonten - keine Schufa-Auskunft eingeholt werde.
Bei den Steuererklärungen habe er lediglich Pauschalbeträge geltend gemacht, die keiner weiteren Prüfung oder Rückfrage bedurft hätten. Offensichtlich habe er sich seine Kenntnisse als ehemaliger Mitarbeiter eines Finanzamtes zu Nutze gemacht. Laut Staatsanwaltschaft ist er 1981 aus dem Staatsdienst ausgeschieden. (AP)