Entfesselte Naturgewalten:
Tote bei Wirbelsturm «Hanna» in Haiti
03.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Die Lage könnte schlimmer nicht sein», sagte ein UN-Mitarbeiter in Gonaives. «Der Wind reißt die Bäume um. Häuser sind von Wasser überflutet. Autos können nicht durch die Straßen fahren. Man kann niemanden retten.» Präsident René Preval bat angesichts der Katastrophe in der 300.000-Einwohner-Stadt um internationale Hilfe.
US-Meteorologen befürchten, dass «Hanna» auf ihrem weiteren Weg über dem offenen Meer wieder an Stärke gewinnen und sich zu einem Hurrikan auswachsen könnte. In zwei bis drei Tagen könnte der Wirbelsturm dann in den USA die Ostküste von Floria oder Georgia oder South Carolina erreichen. Über dem Atlantik brauen sich derweil die nächsten Stürme zusammen. «Ike» könnte sich bis Sonntag zum Hurrikan auswachsen und die Bahamas erreichen. Dicht im Schlepptau hat er den Wirbelsturm «Josephine», die bis Donnerstag zum Hurrikan werden könnte. Die Hurrikan-Saison läuft noch bis zum 30. November.
Nach dem Auftreffen des Wirbelsturms «Gustav» auf die Küste von Louisiana am Montag wurden mehr als 1,4 Millionen Stromausfälle in dem Staat an der US-Golfküste registriert. Die Notstromaggregate in den Krankenhäusern und Pflegeheimen betreiben nicht die Klimaanlagen. In der Umgebung der Metropole New Orleans herrschen derzeit Temperaturen bis zu 30 Grad Celsius. Nachdem Hurrikan «Gustav» New Orleans weitgehend verschont hat, dringen jetzt tausende Flüchtlinge mit wachsender Ungeduld auf eine baldige Rückkehr. Bürgermeister Ray Nagin bat die Einwohner der evakuierten Stadt aber um Geduld. Es könne noch einige Tage dauern, bis sie in ihre Häuser zurückkehren könnten. (AP/dpa)

