29. Aug 2008 15:10
In der britischen Ortschaft Maesbrokk ist das Luxushaus eines Millionärs abgebrannt. Der Geschäftsmann, seine Frau und die Tochter sind seitdem spurlos verschwunden. Die Polizei steht vor einem Rätsel.
Zwar geht die Behörde von Brandstiftung aus, doch ob die Familie bei dem Brand im Haus war oder ihn selbst gelegt hatte, war unklar. Fest steht nur, dass es von dem 50 Jahre alten Geschäftsmann, seiner Frau Jill (49) und seiner 15 Jahre alten Tochter Kirstie seit dem Brand kein Lebenszeichen gibt. Und dass unsaubere Geschäfte liefen, wird auch immer klarer. Foster kam zu seinem Vermögen, weil er Dämmstoffe für Ölplattformen herstellte. Doch seine Firma Ulva wurde im vergangenen Jahr liquidiert, Klagen von Lieferanten waren angeblich anhängig und Foster hatte wohl auch Steuerschulden von umgerechnet fast einer Million Euro. Vor Gericht sagte ein Richter, Foster sei «jeder Geschäftsmoral beraubt». Die Aussicht, nun sein Anwesen zu verlieren, sei der «Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat», sagten Nachbarn nach Angaben der Zeitung «Sun».
Auch meldeten sich ehemalige Geschäftspartner zu Wort. Foster sei ins Ausland geflohen, sagte Leo Dennis, der 2006 von dem Vorwurf freigesprochen wurde, Foster erpresst zu haben. «Ich glaube nicht, dass er tot ist.» Foster habe Immobilien, von denen niemand wisse. «Er kann dort hingehen und einfach verschwinden.» Terence Baines, einst Ulva-Manager, sagte: «Es sieht so aus, dass die, denen er Geld schuldete, große Firmen waren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie hinter so etwas stecken.» Er vermute, dass Foster einfach «ausgeflippt» sei, «der Druck auf ihn war zu hoch».
Die Polizei äußerte sich zu all den Vermutungen nicht. Bestätigen wollte sie auch nicht, dass Patronen und Blutlachen auf dem Gelände gefunden wurden. «Es liegen viele Trümmer auf dem Gelände, und es wird einige Tage dauern, wahrscheinlich mehrere Wochen, um die Ermittlungen abzuschließen», sagte Superintendent Gary Higgins. Bis dahin gehe die Polizei «Hinweisen in jede Richtung» nach. (Annette Reuther, dpa)