28.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Manchmal ist unklar, was eine Treppe tiefer passiert
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Für die Hamburger Wohnungen der katholischen Kirche ist lediglich eine Teilzeitkraft zuständig. Die war im Urlaub. Dass etwas nicht stimmte, fiel erst einer Nachbarin auf, die sich über den seltsamen Geruch wunderte.
Mehrere Tage lang hat ein 73 Jahre alter Mann tot in einer Hamburger Seniorenwohnanlage gelegen. Eine Nachbarin habe ungewöhnlichen Geruch wahrgenommen und den Hausmeister alarmiert, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Der Mann sei bereits am vergangenen Samstag entdeckt worden, erklärte die Polizei weiter. Wie das «Hamburger Abendblatt» schreibt, handelt es sich dabei um eine Wohnanlage der katholischen Kirche mit 72 Wohnungen ohne Pflegekräfte und Rezeption.
Lediglich eine Teilzeitkraft habe werktags eine Sprechstunde, schreibt das «Hamburger Abendblatt» weiter. Die Mitarbeiterin sei zum Zeitpunkt des Todesfalls im Urlaub gewesen, und eine Vertretung habe es nicht gegeben.
«Eine Urlaubsvertretung ist nicht im Betreuungsvertrag vorgesehen», sagte der Sprecher des Erzbistums Hamburg, Manfred Nielen, der Zeitung zufolge. Er zeigte sich nach Angaben des Blattes betroffen, «dass so etwas in einer Anlage der Kirche passieren konnte». Die Hamburger Sozialbehörde kündigte unterdessen an, dem Fall nachzugehen, wie eine Sprecherin der Zeitung sagte. (AP)