«Wir wollen mit dem braunen Sumpf nichts zu tun haben.»:
Michelles Eltern distanzieren sich von Neonazis
28.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Tust sagte, die Eltern hätten bislang auch keine Kenntnis davon gehabt, dass ein Bruder von Michelles Mutter einer der Organisatoren rechtsextremistischer Kundgebungen sei. Michelles Familie wolle deren Onkel nun bitten, die Aktivitäten einzustellen.
Die Eltern hoffen sehr, dass der Mörder ihrer Tochter möglichst bald gefasst wird. «Für die Angehörigen ist es sehr wichtig, dass der Täter nicht mehr frei herumläuft», sagte Tust.
Michelles Leiche wurde inzwischen von der Gerichtsmedizin freigegeben. Tust sagte, die Beisetzung solle auf Wunsch der Familie nur im engsten Kreis und unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Medien stattfinden. Die Anwältin hob hervor, die Eltern seien dankbar für die große öffentliche Anteilnahme. Sie rief zugleich aber eindringlich dazu auf, den Wunsch der Familie nach einem stillen Abschied zu respektieren. Wann das ermordete Mädchen beigesetzt wird, steht noch nicht fest. Die Familie befindet sich derzeit an einem geheimen Ort außerhalb von Leipzig, wo sie von Psychologen betreut und von Mitarbeitern der Opferorganisation Weißer Ring unterstützt wird.
Die Eltern kündigten über ihre Anwältin zudem an, sie würden bei einem Prozess als Nebenkläger auftreten. Die Eltern würdigten auch die Bemühungen der Polizei bei der Suche nach dem Täter. Michelle war am Montag vor einer Woche von der Schule nicht nach Hause gekommen. Wenige Tage später fanden Spaziergänger ihre Leiche. Die Grundschülerin fiel einem Gewaltverbrechen zum Opfer. (AP)

