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«Gustav» vor New Orleans: 

Tropensturm wirbelt Ölpreis hoch

28. Aug 2008 11:06
Der Regen vor dem Sturm
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Der Hurrikan versetzt Mittelamerika und den Süden der USA in den Alarmzustand. Auf der Insel Hispaniola starben 20 Menschen, New Orleans fürchtet eine neue Katastrophe. Betroffen sind auch Ölplattformen und Raffinierien in der Region.

Bei seinem Zug über die Karibikinsel Hispaniola hat «Gustav» bisher mindestens 20 Menschen in den Tod gerissen. Nach Angaben des haitianischen Zivilschutzes vom Mittwochabend starben dort mindestens 15 Menschen, sieben weitere wurden verletzt. Mehrere Einwohner galten als vermisst.

In der benachbarten Dominikanischen Republik kamen acht Menschen ums Leben. Mit elf Kilometern pro Stunde bewegte sich «Gustav» in der Nacht zum Donnerstag in nordwestlicher Richtung auf den Südosten Kubas und Jamaika zu.
Der Wirbelturm hat den US-Ölpreis in Richtung 120 US-Dollar getrieben. Händler befürchten eine Gefährdung der Ölplattformen im Golf von Mexiko.

Vorbereitung auf den Sturm

In Kuba und Jamaika laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die kubanische Regierung ordnete die Evakuierung gefährdeter Gebiete an. Bis zum Mittwochabend wurden über 50.000 Menschen, darunter auch ausländische Touristen, in Sicherheit gebracht. Auch die jamaikanischen Regierung versetzte das Land in Alarmbereitschaft, obwohl der Sturm den Berechnungen der Meteorologen zufolge nördlich an der Insel vorüberziehen sollte. Premierminister Bruce Golding warnte seine Landsleute, die Gefahren durch «Gustav» vor allem wegen der Regenmassen nicht zu unterschätzen.

Auch in den USA versetzten die Behörden die Menschen an der amerikanischen Golfküste in Alarmbereitschaft. In Baton Rouge (US- Bundesstaat Louisiana) wurden die Bewohner aufgerufen, sich auf einen möglicherweise zerstörerischen Sturm einzustellen. Meteorologen wiesen jedoch darauf hin, dass der künftige Weg «Gustavs» noch unklar sei. Er werde wahrscheinlich am Wochenende über die Ostspitze Kubas hinweg in den Golf von Mexiko ziehen.

Angst vor Katastrophe

In New Orleans hat der Sturm «Gustav die Angst vor einer neuen Katastrophe ausgelöst. Die Behörden trafen erste Vorbereitungen für eine Evakuierung der Millionenstadt. Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, rief am Mittwoch den Ausnahmezustand aus und versetzte 3000 Soldaten der Nationalgarde in Bereitschaft. Auch im US-Staat Mississippi wurden Vorbereitungen für die Ankunft von «Gustav» getroffen. Die Küstenregion könne keinen weiteren schweren Sturm vertragen, sagte der Bürgermeister von Biloxi, A.J. Holloway.

«Katrina hat uns einfach vernichtet.» In Denver bereitete sich der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, darauf vor, den Wahlparteitag der Demokraten vorzeitig zu verlassen. «Gustav» zog am Dienstag als Hurrikan über Haiti hinweg und schwächte sich danach ab. Die Meteorologen erwarten, dass der Sturm über dem Golf von Mexiko wieder Hurrikan-Stärke erreichen könnte. In der Karibik kamen bei Erdrutschen und Überschwemmungen aufgrund des Hurrikans 23 Menschen ums Leben. Meteorologen warnten, dass der weitere Weg des Sturms kaum vorhergesagt werden könnte.

In Haiti hinterließ der Sturm eine Spur der Verwüstung. Die Stadt Jacqmel, wo der Hurrikan auf Land getroffen war, stand unter Wasser. Auch in anderen Ortschaften kam es zu Überflutungen. Die Region war am Mittwoch von außen noch nicht zu erreichen. Das Stromnetz brach teilweise zusammen. Der Sturm hatte länger als erwartet über der Region gewütet und Dächer abgedeckt; Bäume und Strommasten stürzten um. Lokale Medien vermuteten, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen werde. (dpa, AP)

 
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