In New Orleans hat der Sturm «Gustav die Angst vor einer neuen Katastrophe ausgelöst. Die Behörden trafen erste Vorbereitungen für eine Evakuierung der Millionenstadt. Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, rief am Mittwoch den Ausnahmezustand aus und versetzte 3000 Soldaten der Nationalgarde in Bereitschaft. Auch im US-Staat Mississippi wurden Vorbereitungen für die Ankunft von «Gustav» getroffen. Die Küstenregion könne keinen weiteren schweren Sturm vertragen, sagte der Bürgermeister von Biloxi, A.J. Holloway. «Katrina hat uns einfach vernichtet.» In Denver bereitete sich der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, darauf vor, den Wahlparteitag der Demokraten vorzeitig zu verlassen. «Gustav» zog am Dienstag als Hurrikan über Haiti hinweg und schwächte sich danach ab. Die Meteorologen erwarten, dass der Sturm über dem Golf von Mexiko wieder Hurrikan-Stärke erreichen könnte. In der Karibik kamen bei Erdrutschen und Überschwemmungen aufgrund des Hurrikans 23 Menschen ums Leben. Meteorologen warnten, dass der weitere Weg des Sturms kaum vorhergesagt werden könnte.
In Haiti hinterließ der Sturm eine Spur der Verwüstung. Die Stadt Jacqmel, wo der Hurrikan auf Land getroffen war, stand unter Wasser. Auch in anderen Ortschaften kam es zu Überflutungen. Die Region war am Mittwoch von außen noch nicht zu erreichen. Das Stromnetz brach teilweise zusammen. Der Sturm hatte länger als erwartet über der Region gewütet und Dächer abgedeckt; Bäume und Strommasten stürzten um. Lokale Medien vermuteten, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen werde. (dpa, AP)