27.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Hunderte Verhaftete wurden abgeführt
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
US-amerikanische Arbeiter wehren sich immer rabiater gegen illegale Einwanderer, die zu Billiglöhnen in Fabriken arbeiten. Bei einer Großrazzia kam es nun zu einer Massen-Verhaftung von Immigranten, darunter auch Deutsche.
Bei einer Razzia gegen illegale Beschäftigung in den USA sind rund 600 Fabrikarbeiter festgenommen worden. Unter ihnen sind nach Angaben der Einwanderungsbehörde vor allem Personen aus Lateinamerika, aber auch aus Deutschland. Auslöser der Ermittlungen war nach Angaben eines Behördensprechers der Hinweis eines Gewerkschaftsmitglieds.
Durchsucht wurden die Fabrik und der Hauptsitz des Technologie-Unternehmens Howard Industries in Laurel im US-Staat Mississippi. Augenzeugen berichteten, dass amerikanische Arbeiter während der Razzia applaudiert hätten, als die Einwanderer abgeführt worden seien.
Die Verhafteten stammen aus Brasilien, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexico, Panama und Peru. Auch mindestens ein Deutscher soll darunter sein. Etwa 100 Arbeiter wurden aus humanitären Gründen wieder freigelassen, unter ihnen Mütter, deren Kinder auf sie warteten. Sie wurden mit einer elektronischen Fußfessel versehen, um ihren Aufenthaltsort zu kontrollieren. Etwa 475 Personen wurden in ein Gefängnis der Einwanderungsbehörde nach Jena im US-Staat Louisiana gebracht.
Angst unter den LatinosIn der Gemeinschaft der Latinos in der Region löste die Aktion Angst vor weiteren Aktionen der Behörden aus. So sollen in einer nahen Schule rund die Hälfte der hispanischen Schüler nicht zum Unterricht erschienen sein.
In den letzten Jahren hatten die Behörden immer wieder groß angelegte Razzien gegen illegale Beschäftigung durchgeführt. So wurden im Mai dieses Jahres in einer Fleischfabrik in Iowa bereits 400 Arbeiter verhaftet. Im Dezember 2006 durchsuchten die Behörden eine andere Fleischverpackungsfabrik in Nebraska. Damals wurden über 1200 Personen verhaftet. (nz/AP)