Ermittlungen in Leipzig: 

netzeitung.deRätselhaftes Erdloch im Fall Michelle

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Das Loch ist 1,20 Meter lang (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Das Loch ist 1,20 Meter lang
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Hat der Mörder versucht, die Leiche zu verscharren? In der Nähe des Fundorts von Michelle machten Polizisten eine Entdeckung, die darauf hindeutet. Profiler versuchen derweil, die Persönlichkeit des Täters zu beschreiben.

Der Mörder der achtjährigen Michelle aus Leipzig wollte sein Opfer möglicherweise vergraben. Die Polizei untersuchte ein mysteriöses Erdloch in der Nähe des Leichenfundortes. Die Stelle sei im Rahmen der Ermittlungen überprüft worden, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Nähere Angaben machte sie unter Verweis auf eine Nachrichtensperre nicht. Laut Polizei laufen die Ermittlungen auf Hochtouren weiter. Aus der Bevölkerung gingen mehr als 600 Hinweise ein.

Wie die «Morgenpost Sachsen» berichtete, wurde in einem Wald unweit des Leichenfundortes ein 1,20 Meter langes und 30 Zentimeter tiefes Erdloch entdeckt, das aufgrund seiner Beschaffenheit und seiner Lage möglicherweise als Grab geplant war. Da sich im Boden massive Wurzeln befunden hätten, sei ein tieferes Ausheben nicht ohne weiteres möglich gewesen. Der Mörder könnte dann unter großem Zeit- und Entdeckungsdruck die Leiche in dem Teich abgelegt haben.

Zudem berichtete die «Dresdner Morgenpost» von Spekulationen der Ermittler, dass der Mörder aus der direkten Nachbarschaft stamme. Der Täter könnte eine Garage, einen Keller oder einen Kleingarten in der Gegend besitzen, schrieb die Zeitung weiter. Dort könnte er die Tat verübt haben. In der Nähe des Fundorts befinden sich mehrere Gartenlauben. Diese inspiziere die Polizei nun.

Profiler im Einsatz
Die Leipziger Polizei wollte den Bericht der «Dresdner Morgenpost» , der sich auf Quellen bei der Polizei stützt, weder bestätigen noch dementieren. Es sei aber kein Geheimnis, sagte Polizeisprecher Andreas Loepki am Dienstag, dass die sogenannten Profiler - Fall-Analysten der Polizei - in den vergangenen Tagen versucht hätten, die Persönlichkeit des Täters zu beschreiben.

Das Erdloch stieß am Dienstag auf großes Medieninteresse. Ob es mit dem Verbrechen an der achtjährigen Michelle zu tun hat, ist aber unklar. Die Spuren schienen eher frisch zu sein. In den vergangenen Tagen regnete es in Leipzig.

Wenig Informationen von der Polizei
Ein Polizeisprecher erklärte, die Sonderkommission mit 177 Mitarbeitern beschränke sich bei ihrer Suche nach dem Mörder nicht allein auf die Überprüfung von Sexualstraftätern, sondern bewerte alle polizeilichen Auskunftssysteme und -dateien. Auch die Videomitschnitte aus Bussen und Bahnen würden weiter ausgewertet. Michelle kehrte am Montag vergangener Woche nicht von der Ferienbetreuung aus ihrer Schule nach Hause zurück.

Mit einem Großaufgebot suchte die Polizei nach ihr. Am vergangenen Donnerstag wurde ihre Leiche in einem Park in der Nachbarschaft von Schule und Elternhaus entdeckt. Den Ermittlern zufolge wurde Michelle ermordet. Auf welche Weise und ob sie sexuell missbraucht wurde, ließen die Fahnder offen. Um die Ermittlungen nicht zu behindern, gibt die Polizei kaum noch Informationen raus. (AP/dpa)