Vor dem Unglück: 

netzeitung.deSpanair-Besatzung hielt Fluggäste fest

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Helfer bergen Teile der verunglückten Maschine. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Helfer bergen Teile der verunglückten Maschine.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die spanische Unglücks-Airline unter Druck: Wie Angehörige erzählen, wollten Fluggäste nach ersten technischen Problemen die Maschine noch verlassen - doch sie durften nicht mehr raus.

Kurz vor dem Absturz wollte ein Passagier die Spanair-Maschine in Madrid verlassen, wurde jedoch von der Besatzung daran gehindert. Der 45-jährige Rubén Santana schickte aus der Maschine seiner Frau eine SMS: «Man lässt mich hier nicht mehr raus. Es ist alles zu.» Wie die Zeitung «El País» am Freitag berichtete, war dies die letzte Nachricht, die die Familie von Santana erhielt.

Der Lkw-Fahrer war einer der 153 Menschen, die bei dem Unglück am Mittwoch auf dem Madrider Flughafen starben. Er hatte offenbar Angst bekommen, nachdem er von technischen Problemen an dem Flugzeug erfahren hatte. Der Pilot der Maschine hatte einen ersten Startversuch abgebrochen und war zum Terminal zurückgekehrt. Die Besatzung soll auch mehreren anderen Fluggästen den Wunsch zum Aussteigen verwehrt haben, berichtete die Zeitung «ABC».

Unter den Todesopfern der Katastrophe sind vermutlich fünf Deutsche. Am Freitag korrigierten laut Auswärtigem Amt die spanischen Behörden die Zahl der deutschen Opfer von zuvor vier nach oben. «Wir gehen den Hinweisen mit Hochdruck nach», sagte der stellvertretende Sprecher des Ministeriums, Andreas Peschke, in Berlin. Die Angaben stünden unter dem Vorbehalt der endgültigen Identifizierung der Opfer, die noch einige Tage in Anspruch nehmen könne.

Die Ursache des Unglücks gibt weiterhin Rätsel auf. Aus einem Videofilm geht hervor, dass entgegen bisherigen Annahmen beim Start der Unglücksmaschine wohl kein Triebwerk in Brand geraten war. Die Maschine sei erst in Flammen aufgegangen, als sie auf die Erde aufschlug und zerschellte, so spanische Medien. Die zivile Luftfahrtbehörde vermutet, dass wohl mehrer Faktoren zusammenkamen, die zur schlimmsten Katastrophe in der spanischen Luftfahrt seit 25 Jahren führten.

Die zweistrahlige Maschine vom Typ MD-82 hatte beim Start zum Flug nach Gran Canaria nur etwa 50 Meter abgehoben. Sie neigte sich dann zur Seite, schlug neben der Startbahn mehrmals auf den Boden auf und stürzte in ein ausgetrocknetes Flusstal. Dort ging das Flugzeug in Flammen auf. Ein mit den Ermittlungen beauftragter Staatsanwalt äußerte die Erwartung, die Unglücksursache könne innerhalb eines Monats festgestellt werden. (nz/dpa)