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Suche nach Michelle in Leipzig: 

Ende der zermürbenden Ungewissheit

21. Aug 2008 19:55
Vorsichtig geht die Surensicherung in dem Leipziger Park vor
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Vor einem Teich sammeln sich Schaulustige, Journalisten und Fernsehteams. Als die Nachricht kommt, dass mit großer Wahrscheinlichkeit Michelle tot geborgen wurde, brechen einige in Tränen aus.

Mehr als vier Stunden dauerte die letzte Phase der zermürbenden Ungewissheit. Dann stand am Donnerstagnachmittag mit hoher Wahrscheinlichkeit fest: Die seit Montag vermisste achtjährige Michelle aus Leipzig ist tot. Gegen Mittag war in einem kleinen Teich im Osten der Stadt eine Leiche entdeckt worden.

Um kurz vor 17 Uhr trat Landespolizeipräsident Bernd Merbitz in dem Park an dem Teich vor die Mikrofone. Bei der Kinderleiche handele es sich mit «hoher Wahrscheinlichkeit um Michelle», sagte er. Ob das Mädchen ermordet wurde oder bei einem Unfall ertrank, sollten noch am Abend die Gerichtsmediziner mit einer Obduktion klären.

Zwischen der Grundschule, die Michelle am Montagnachmittag verließ und dem kleinen Park namens Stötteritzer Wäldchen liegt nur etwas mehr als ein Kilometer Luftlinie. Um 12.30 Uhr geht bei der Polizei der Hinweis ein, dass ein Spaziergänger am Rande eines kleinen Teiches etwas liegen sah, dass einem menschlichen Körper ähnelt.

Keine Spur soll zerstört werden

Die Besatzung des ersten Streifenwagens, der die Funkstelle erreicht, ruft Verstärkung. Polizisten ziehen in weiträumigen Abstand rot- weißes Plastikband von Baum zu Baum und sperren das Gelände ab.

Während sich vor der Absperrung Schaulustige, Journalisten und Fernsehteams sammeln, suchen Experten der Spurensicherung nach Hinweisen. Über Stunden kommt keiner der Polizisten der Fundstelle nahe genug, um zu bestätigen, dass es sich um eine Kinderleiche handelt.

In weißen Plastikoveralls nähern sich die Spezialisten Meter für Meter dem Gegenstand im Wasser. Keine Spur, die später entscheidende Hinweise für die Ergreifung eines möglichen Täters liefern könnte, soll zerstört werden.

Nicht nochmal eine voreilige Todesnachricht

Ein Rettungswagen steht am Ufer des Teichs, ein Schlauchboot wird hin und hergeschoben. Lange will sich die Leipziger Polizei am Nachmittag nicht festlegen. Erst kürzlich gab man den Tod eines Jungen bei einem Wassersportunfall bekannt, obwohl er noch lebte.

Die letzte Hoffnung zerschlägt sich für die Bewohner der Umgebung, die den sonnigen Nachmittag vor den rot-weißen Plastikbändern verbrachten. Mehrere Mädchen brechen in Tränen aus, als sie die schreckliche Nachricht hören. «Das muss alles sicherer werden», sagt eine Schülerin schluchzend in die Kameras.

Schon vorher redeten sich junge Männer in Armeehosen und mit Tätowierungen auf den Unterarmen in Rage. «Bereits vor Wochen gab es Hinweise, dass hier kleine Kinder angequatscht werden», sagt einer zu mehreren jungen Frauen, die rauchend und mit ihren Kinderwagen dabeistehen. «Und gefunden hat die Polizei hier auch nichts, das mussten wieder die Zivilisten ran.»

Drei Tage durchsuchte die Polizei mit mehr als 100 Beamten, Hunden und Hubschraubern die Umgebung. Bis ein Spaziergänger die grausige Entdeckung machte. Die Fahndung nach einem möglichen Täter beginnt aber erst, wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, dass Michelle nicht bei einem Unfall gestorben ist, sondern getötet wurde. (Andreas Rabenstein, dpa)

 
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