Ein Rettungswagen steht am Ufer des Teichs, ein Schlauchboot wird hin und hergeschoben. Lange will sich die Leipziger Polizei am Nachmittag nicht festlegen. Erst kürzlich gab man den Tod eines Jungen bei einem Wassersportunfall bekannt, obwohl er noch lebte. Die letzte Hoffnung zerschlägt sich für die Bewohner der Umgebung, die den sonnigen Nachmittag vor den rot-weißen Plastikbändern verbrachten. Mehrere Mädchen brechen in Tränen aus, als sie die schreckliche Nachricht hören. «Das muss alles sicherer werden», sagt eine Schülerin schluchzend in die Kameras.
Schon vorher redeten sich junge Männer in Armeehosen und mit Tätowierungen auf den Unterarmen in Rage. «Bereits vor Wochen gab es Hinweise, dass hier kleine Kinder angequatscht werden», sagt einer zu mehreren jungen Frauen, die rauchend und mit ihren Kinderwagen dabeistehen. «Und gefunden hat die Polizei hier auch nichts, das mussten wieder die Zivilisten ran.»
Drei Tage durchsuchte die Polizei mit mehr als 100 Beamten, Hunden und Hubschraubern die Umgebung. Bis ein Spaziergänger die grausige Entdeckung machte. Die Fahndung nach einem möglichen Täter beginnt aber erst, wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, dass Michelle nicht bei einem Unfall gestorben ist, sondern getötet wurde. (Andreas Rabenstein, dpa)