21.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ist der Lokalpolitiker in dem Krisenland verschollen?
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das letzte Lebenszeichen erhielt die Frau des Steuerberaters Kass vor drei Wochen. Da schrieb er, dass er in den Irak reisen würde. Kann aber auch sein, dass der Lokalpolitiker einfach untertauchen wollte.
Ein bayerischer CSU-Stadtrat ist möglicherweise im Irak verschollen. Laut «Mittelbayerischer Zeitung» ist der Lokalpolitiker Uwe Kass seit Juli verschwunden. Sein letztes Lebenszeichen sei ein Brief an seine Frau vom 30. Juli gewesen, in dem er schreibe, dass er auf dem Weg in den Irak sei, wo er häufiger beruflich zu tun gehabt habe. Seine Frau selbst wollte sich am Donnerstag nicht dazu äußern. Die «Mittelbayerische Zeitung» hatte spekuliert, dass Kass untergetaucht sein könnte, da gegen ihn ermittelt werde.
Er ist Nebenbeschuldigter in einem Ermittlungsverfahren wegen Betrugs, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, Anton Winkler bestätigte. Höchstwahrscheinlich werde nichts gegen ihn herauskommen, er sei wohl nur als Steuerberater des Hauptbeschuldigten in den Fall verwickelt. Nach aktuellem Stand sei das Ermittlungsverfahren jedenfalls kein Grund, warum jemand verschwinden würde, sagte Winkler. Die Polizei Amberg prüft derzeit ob ein Vermisstenfall vorliegt, wie ein Sprecher sagte. «Dass er weg ist, scheint zu stimmen», sagte er.
Weiteres werde derzeit ermittelt. Unter anderem prüfe man die Zeitungsberichte. Auch bei Kass' Münchner Steuerkanzlei ist nichts über den Verbleib des Chefs bekannt. «Ich kann ihnen nur sagen, dass er nicht da ist», sagte eine Angestellte der AP. Auch über eine geplante Rückkehr wisse man nichts. «Er war schon öfter weg. Aber da haben wir gewusst, wann er wieder kommt.» (AP)