Dichte Rauchwolken über Kairo: 

netzeitung.deDas ägyptische Parlament brennt

 Herausgeber: netzeitung.de

Die ersten Löschversuche der Kairoer Feuerwehr blieben erfolglos (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die ersten Löschversuche der Kairoer Feuerwehr blieben erfolglos
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Normalerweise tagt dort das Oberhaus von Ägypten, nun haben Flammen den historischen Palast zerstört. Die Feuerwehr hat nicht nur mit dem Rauch, sondern auch mit einer Wasserknappheit zu kämpfen.

Bei einem Brand in einem Parlamentsgebäude in Kairo sind am Dienstag mindestens 16 Menschen verletzt worden. Die Feuerwehr ließ das gesamte Haus räumen. Der Rettungsdienst sagte, das historische Gebäude in der Kairoer Innenstadt drohe einzustürzen. Aus den Fenstern des dreistöckigen Palastes aus dem 19. Jahrhundert, sowie aus dem Dach schlugen Flammen. Das Innere des Gebäudes schien zum Großteil ausgebrannt.

Die Löschbemühungen der Feuerwehr blieben zunächst ohne sichtbaren Erfolg. Offenbar aufgrund von Wasserknappheit waren von zwölf Löschzügen vor Ort nur drei im Einsatz. Zwei Hubschrauber schütteten aus Eimern Wasser aus dem nahe gelegenen Nil auf die Flammen.

Immer wieder waren Explosionen zu hören, und Funken flogen durch die Luft. Über der Innenstadt von Kairo lag dichter, schwarzer Rauch. Die Polizei riegelte das Gebäude ab, das an einer belebten Durchgangsstraße liegt.

Kurzschluss vermutet
Die genaue Brandursache war zunächst nicht bekannt. Rettungskräfte vermuteten jedoch, dass ein Kurzschluss das Feuer ausgelöst hatte. Nach Angaben von Parlamentsmitarbeitern hätten die Behörden einen terroristischen Hintergrund ausgeschlossen.

Wie die ägyptischen Behörden mitteilten, war der Brand im dritten Geschoss des Gebäudes ausgebrochen, in dem der Shura Council, das Oberhaus des ägyptischen Parlaments, untergebracht ist. Die Flammen zerstörten dort die Holzdecke und breiteten sich auf das zweite Geschoss aus.

Bei den Verletzten handelte es sich um Feuerwehrleute, die Rauch eingeatmet hatten, sowie um einige Arbeiter, die sich auf der Flucht vor den Flammen Brüche zugezogen hatten. Die Löscharbeiten wurden von Hubschraubern des Militärs unterstützt. Das mehr als ein Jahrhundert alte Gebäude war nur schlecht für den Brandfall ausgestattet. (dpa/AP)