Greenpeace-Aktion für Ostsee-Wal:
Zwei Schlauchboote sollen «Bucki» retten
19.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Um den Wal schnell zu finden, haben wir eine Meldekette mit Bundespolizei, Wasserschutzpolizei und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aufgebaut», sagte Feddern. Die Aktivisten planen, im Ernstfall mit ihren zwei Sechs-Meter-Schlauchbooten, zwischen den Wal und das Ufer zu fahren. Bis zum Dienstagnachmittag fehlte jedoch jede Spur von dem rund zwölf Meter lagen Meeressäuger.
Am Sonntag hatte es Hoffnung gegeben, weil «Bucki» vor der dänischen Insel Falster und damit in der Nähe des Übergangs zur Nordsee gesichtet worden war. Jetzt ist er jedoch offensichtlich wieder in die falsche Richtung geschwommen: Am Montag war er auf einer Sandbank nahe Grömitz hängengeblieben, konnte sich aber wieder aus eigener Kraft befreien.
Laut Greenpeace ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Wal in die freien Gewässer der Nordsee zurückfindet, mit seiner Rückkehr in die Lübecker Bucht gesunken. Vor zehn Jahren hatte Greenpeace sich zuletzt bemüht, sechs verirrte Pottwale vor St. Peter-Ording am Stranden zu hindern. Damals konnten mit Booten drei Wale verjagt werden, die anderen gerieten ans Ufer und verendeten.
Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace wollen den in der Ostsee verirrten Buckelwal vor dem Stranden bewahren. Mit zwei Schlauchbooten waren sie am Dienstag vor dem Ostseebad Grömitz eingetroffen, um eine Barriere vor der Flachwasserzone in Ufernähe zu bilden.
Die lärmintensiven Baugrunduntersuchungen für die geplante Brücke über den Fehmarnbelt könnten das empfindliche Gehör des Wales und damit seine Orientierung beeinträchtigen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Verbände.
Der Wal war Mitte Juli erstmals in der Ostsee beobachtet worden. «Es wird jetzt Zeit, dass er in die Nordsee zurück findet, um sich Speck für den Winter anzufressen», sagte Feddern. Die Greenpeaceaktivisten wollen noch bis mindestens Mittwoch in Grömitz bleiben. (AP/dpa)

