Datenklau nicht Einzelfall, sondern systematisch:
Die Daten der Anderen
18.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
In den vergangenen Tagen habe im Ruhrgebiet ein Datenhändler 50.000 Adressen mit dazugehörigen Telefonnummern und Bankverbindungen angeboten, schreibt die Zeitschrift. Die Datensätze stammen «Focus» zufolge von zwei Lotterieveranstaltern, einem Mobilfunkanbieter und einer als gemeinnützig anerkannten Spendenorganisation.
Der Verbraucher müsse einen sorglosen und unangemessenen Umgang mit Daten bestrafen, sagte der Datenschützer. Möglich sei beispielsweise, bei bestimmten Unternehmen nicht mehr einzukaufen oder die Bank zu wechseln. «Wir brauchen eine Datenschutzkultur und ein Bewusstsein darüber, dass Daten, die im Internet preisgegeben werden, eine andere Qualität haben als in der herkömmlichen Welt», erklärte Schaar laut Deutschlandradio Kultur.
Die Unkenntnis vieler Menschen über die Möglichkeiten des Datenaustausches erschwere oft den Schutz persönlicher Informationen. Mit Datensätzen wie dem auf der CD können Unternehmen unberechtigt Geld von Konten abbuchen. Verbraucherschützer sehen einen möglichen Zusammenhang mit jüngsten Missbrauchsfällen, die in mehreren Bundesländern bekannt wurden: Dabei hatten Glücksspiel-Anbieter nach Werbeanrufen trotz eindeutiger Absage Geld von Konten abgebucht.
Künast forderte höhere Strafen und schärfere Kontrollen. Bisher werden Verstöße gegen Datenschutzvorschriften mit relativ geringen Bußgeldern und Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren geahndet. «Datenmissbrauch ist kein Kavaliersdelikt, das muss richtig wehtun», sagte Künast. Für bessere Kontrollen brauche man aber auch mehr Personal. «Da sind die Landesregierungen jetzt gefordert.» Zudem müssten die Verbraucher mehr Verantwortung zeigen. «Der Bürger - vor allem die Jüngeren sind da zu sorglos - muss eine strenge Datensparsamkeit praktizieren. Man wirft ja auch sein Geld nicht zum Fenster raus.» (dpa/AP)

