Nach den Duisburger Mafia-Morden: 

netzeitung.deKriminalpolizei kritisiert italienische Polizei

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Überführung der Mordopfer nach Italien (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Überführung der Mordopfer nach Italien
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Deutsche Ermittler sind mit der Arbeit ihrer italienischen Kollegen unzufrieden. Nach den Mafia-Morden in Duisburg wurde eine deutsch-italienische «Task-Force» gegründet. Kommuniziert haben die Beamten allerdings wenig.

Ein Jahr nach den Mafia-Morden von Duisburg hat der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und italienischen Ermittlern kritisiert. Es dauere viel zu lange, bis Informationen die deutsche Polizei erreichten, sagte der Bundesvorsitzende Klaus Jansen am Donnerstag in Düsseldorf.

Es sei nicht hinnehmbar, dass die in den vergangenen Monaten durchgeführten Festnahmen in Italien der Duisburger Polizei erst durch die Medien bekanntgeworden seien. «Während sich die italienische organisierte Kriminalität wie eine Krake über Europa ausbreitet, versuchen die italienischen Behörden das Problem der Mafia lokal in den Griff zu bekommen», sagte Jansen.

Auch bei der eigens eingerichteten deutsch-italienischen «Task Force» scheine die Kommunikation nicht zu funktionieren. Am 15. August 2007 waren in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs vor dem Restaurant «Da Bruno» sechs Italiener im Alter zwischen 16 und 39 Jahren erschossen worden.

Hintergrund ist ein seit 1991 in Süditalien schwelender Mafiakrieg zwischen konkurrierenden Clans. Nach den Morden richteten BKA und italienische Polizei Ende 2007 eine gemeinsame Anti-Mafia-Task-Force ein. Ziel ist die Auswertung von Daten, Informationen und Hinweisen zur Präsenz und Aktivität der Mafia in Deutschland.

Pizzerien als logistische Basis in Deutschland

Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtete unterdessen unter Verweis auf die Ermittlungsakten zu den Duisburger Morden, die 'Ndrangheta habe auch in Deutschland stabile Organisationen. Der noch immer flüchtige Hauptverdächtige namens Giovanni Strangio sei demnach auch der Anführer der örtlichen Unterorganisation der Mafiafamilie Nirta-Strangio, schreibt die Zeitung in ihrer Freitagausgabe.
Es gelte als erwiesen, dass Giovanni Strangio und seine Helfer die Mafiagruppe in Kaarst etabliert hätten, heiße es in einem Antrag der Staatsanwälte an den Untersuchungsrichter in Reggio Calabria.

Die Italiener hätten den Mittelpunkt ihrer geschäftlichen Interessen nach Kaarst verlegt und dort zwei Pizzerien eröffnet, die logistische Basis für die Mafiafamilie Nirta-Strangio gewesen seien, schreibt die Zeitung. In Duisburg und Kaarst hätten die kalabresischen Mafia-Organisationen «ihre wirtschaftlichen und kriminellen Interessen verwurzelt». (AP)