Nach den Duisburger Mafia-Morden:
Kriminalpolizei kritisiert italienische Polizei
14.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Auch bei der eigens eingerichteten deutsch-italienischen «Task Force» scheine die Kommunikation nicht zu funktionieren. Am 15. August 2007 waren in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs vor dem Restaurant «Da Bruno» sechs Italiener im Alter zwischen 16 und 39 Jahren erschossen worden.
Hintergrund ist ein seit 1991 in Süditalien schwelender Mafiakrieg zwischen konkurrierenden Clans. Nach den Morden richteten BKA und italienische Polizei Ende 2007 eine gemeinsame Anti-Mafia-Task-Force ein. Ziel ist die Auswertung von Daten, Informationen und Hinweisen zur Präsenz und Aktivität der Mafia in Deutschland.
Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtete unterdessen unter Verweis auf die Ermittlungsakten zu den Duisburger Morden, die 'Ndrangheta habe auch in Deutschland stabile Organisationen. Der noch immer flüchtige Hauptverdächtige namens Giovanni Strangio sei demnach auch der Anführer der örtlichen Unterorganisation der Mafiafamilie Nirta-Strangio, schreibt die Zeitung in ihrer Freitagausgabe.
Es gelte als erwiesen, dass Giovanni Strangio und seine Helfer die Mafiagruppe in Kaarst etabliert hätten, heiße es in einem Antrag der Staatsanwälte an den Untersuchungsrichter in Reggio Calabria.
Die Italiener hätten den Mittelpunkt ihrer geschäftlichen Interessen nach Kaarst verlegt und dort zwei Pizzerien eröffnet, die logistische Basis für die Mafiafamilie Nirta-Strangio gewesen seien, schreibt die Zeitung. In Duisburg und Kaarst hätten die kalabresischen Mafia-Organisationen «ihre wirtschaftlichen und kriminellen Interessen verwurzelt». (AP)

