13.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
"Le Monde" berichtet auf seiner Internetseite über den Fall
Foto: NZ-Screenshot/le Monde
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ob die Verkäuferinnen in Paris wussten, was die Zeilen auf Deutsch und Polnisch bedeuten? Klar ist aber, dass die Aufschrift ein Schild aus der Nazizeit zitierte. Gegen den Besitzer des Modeladens wird ermittelt.
Die französische Justiz ermittelt gegen die Besitzerin eines Pariser Modeladens, die Hemden mit antisemitischem Aufdruck verkauft hat. Auf den Hemden seien die Worte «Juden Eintritt in die Parkanlage verboten» auf Deutsch und Polnisch abgedruckt, berichtete die Zeitung «Le Monde» am Mittwoch auf ihrer Website. Dies entspreche dem Text eines Verbotsschilds von 1940 aus dem jüdischen Ghetto in der polnischen Stadt Lodz.
Zunächst war unklar, wo das Trägerhemd hergestellt wurde, das die Boutique für 18 Euro anbot. Die Polizei nahm die Inhaberin des Ladens und eine Verkäuferin in Gewahrsam.
Öffentlich gemacht hatte das «Nationale Büro zur Wachsamkeit gegen Antisemitismus» (BNVCA) den Fall, nachdem es von einem Passanten einen Hinweis bekommen hatte. «Ich bin besonders besorgt, dass ein solches Produkt in Frankreich hergestellt und verkauft werden konnte», zitierte die Zeitung Sammy Ghozlan, den Vorsitzenden des Büros.
«Le Monde» berichtete, dass das Geschäft auf preiswerte Damenmode spezialisiert sei. Die Verkäuferinnen seien asiatischer Herkunft und könnten kaum Französisch, weshalb sie nicht zu dem Fall befragt werden konnten. Der Besitzer des Ladens sei am Mittwoch nicht erreichbar gewesen. (nz/dpa)