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Kontonummern zum Missbrauch verkauft: 

Razzia am Niederrhein wegen Datenklau-CD

13. Aug 2008 15:32
Wegen versuchten Betrugs wird die Firma durchsucht
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Wegen des Daten-Skandals hat die Polizei eine Firma im rheinischen Viersen durchsucht. Gegen die Geschäftsführer wird wegen versuchten Betruges ermittelt. Der Name der betroffenen Lotterie ist noch unbekannt.

In dem Skandal um eine CD mit Kontoverbindungen von 17.000 ahnungslosen Verbrauchern hat die Polizei eine Firma in Viersen am Niederrhein durchsucht. Es werde gegen die beiden Geschäftsführer des Unternehmens wegen versuchten Betruges und Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz ermittelt, sagte ein Sprecher der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage.

Auch die Privatwohnungen der Geschäftsführer seien am Dienstagabend durchsucht und Unterlagen sowie Computer beschlagnahmt worden. Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein hatte Strafanzeige erstattet. Die CD war dort Verbraucherschützern zugespielt worden.

Keine Stellungnahme

Man stehe mit den Ermittlungen noch ganz am Anfang, betonten die Ermittler. Nun werde versucht, den Weg der Daten zu rekonstruieren. Möglicherweise sei das Unternehmen in Viersen nur ein Zwischenhändler. Dass es sich bei den 17.000 betroffenen Bürgern um Kunden der «Süddeutschen Klassenlotterie» (SKL) handele, könne er derzeit nicht bestätigen, sagte der Behördensprecher.

Die SKL prüft nach eigenen Angaben noch, ob die Daten aus ihren Beständen stammen können. Das Unternehmen in Viersen firmiert als Marketing und Consulting-Unternehmen. Es war für eine Stellungnahme am Mittwoch zunächst nicht zu erreichen.

Grundlegend reformieren

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth forderte ein grundsätzliches Verbot für den Handel mit persönlichen Daten. Es sei an der Zeit, das Bundesdatenschutzgesetz grundlegend zu reformieren, damit es den Bedürfnissen der Informationsgesellschaft gerecht werde. Gerade im Bereich der Wirtschaft befinde sich der Datenschutz noch «in der technologischen Steinzeit», betonte die Grünen-Chefin.

Mehrere Verbraucherzentralen rieten zu einem vorsichtigen Umgang mit den eigenen Daten. «Verbraucher sollten sehr sparsam und vorsichtig mit persönlichen Daten umgehen, es also so weit wie möglich vermeiden, ihre Kontonummer im Internet zu hinterlassen oder am Telefon zu nennen beziehungsweise zu bestätigen», sagte Finanzexperte Peter Lischke von der Verbraucherzentrale Berlin.

Auch bei den Verbraucherzentralen Bayern und Baden-Württemberg liegen Beschwerden von Betroffenen vor, denen unberechtigt Geld von ihrem Konto abgebucht wurde, obwohl sie ihre Bankverbindung nicht weitergegeben hatten. Die Experten rieten Verbrauchern zur regelmäßigen Prüfung aller Buchungen auf dem Girokonto. Wer eine Fehlbuchung entdecke, sollte widersprechen und die Bank auffordern, diese Buchung zu korrigieren.(AP/dpa)

 
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