Erwachsenen-Überraschung:
Schütteln. Lauschen. Hoffen.
07. Aug 2008 12:34, ergänzt 13:01
 |  Wie hört sich das an? | Foto: dpa |
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Anfangs steckten in den Schokoladeneiern kleine Panzer oder Soldaten. Später kamen die Comic-Figuren aus Plastik. Ein Verbot würde viele treffen: Denn mittlerweile werden sie gesammelt wie Briefmarken. Dafür braucht man ein gutes Gehör.
Wenn eine neue Serie raus ist, ziehen manche los und klappern Supermärkte ab. Dann wird geschüttelt. Sie glauben, dass man es hören kann. Happy Hippos oder Funny Fanten, denken sie, klingen anders als ein ganz gewöhnliches Plastikauto zum Zusammenstecken. So stehen sie dann da, das Ohr an der weiß-roten Aluminiumfolie, die eine schwarze Schokoladenschicht umhüllt - und lauschen. Welche Überraschung steckt in diesem Ei?
Das gute Gehör kann sich einmal auszahlen. Seit der italienische Chocolatier Michele Ferrero vor 34 Jahren das Überraschungsei erfand und nach einer Anfangszeit mit allerlei Militärspielzeug regelmäßig bunte Mini-Comic-Figuren aus Plastik in einem gelben Ei unter der Schokohülle zu verstecken begann, sind Happy Hippos und ihre Serien-Genossen zu Sammelobjekten geworden. Anfang der 90er entwickelte sich eine richtige Szene.Wie bei den Kollegen mit den Briefmarken gibt es längst Kataloge, die den Wert einzelner Figuren festhalten. 1000 Euro können für einzelne von ihnen schon einmal gezahlt werden. Statt der «blauen Mauritius» ist dann beispielsweise der «Pumuckl mit Schirm» gefragt.
Gerichtsstreit um Imitate
Das Alter steigert den Wert und natürlich ist auch die Echtheit entscheidend. Deswegen sind schon Gerichte eingeschaltet worden. Vor vier Jahren beispielsweise hatte ein Sammler übers Internet einen «Fußball-Schlumpf» und eine «Biene Maja» ersteigert. Seiner Ansicht nach handelte es sich bei den gelieferten Exemplaren um billige Imitate. Überprüfen ließ sich das Ganze dann nicht mehr. Die Staatsanwaltschaft hatte die Figuren vernichtet.
Nicht nur mit Funny Fanten allerdings lässt sich Geld verdienen. Selbst die kleinen Beipackzettelchen, die in den gelben Plastikhüllen stecken, werden gehandelt. Die gibt es erst seit der ersten Serie zum «Herr der Ringe», die 2001 erschienen ist. Ein ehrgeiziges Sammlerziel lautet nun: Die Zettel aus allen Ländern horten, in denen es Ü-Eier gibt. Die USA fallen dabei weg. Dort sind die Eier verboten. Kinder könnten sich ja daran verschlucken.
Geheimhaltung bei Ferrero
Bei Ferrero ist man stets bemüht, strengste Geheimhaltung über die Überraschungs-Serien zu bewahren, obwohl mittlerweile ein klein wenig offensiver auf der Website informiert wird: Nein, heißt es da beispielsweise, Figuren lassen sich nicht nachbestellen. Da wäre ja die ganze Überraschung weg. Dann müssten die Sammler gar nicht mehr durch die Supermärkte ziehen. Und schütteln. Und lauschen. Und hoffen. (nz)