Finanzielle Probleme als Tatmotiv: 

netzeitung.dePolizist soll Banken überfallen haben

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Auch unter den Polizisten gibt es offenbar Bankräuber (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auch unter den Polizisten gibt es offenbar Bankräuber
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Der Kripobeamte steht seit mehreren Jahrzehnten im Dienst. Bislang sei der 55-Jährige bei der Arbeit «völlig unauffällig» gewesen, sagte der Bremer Polizeipräsident Mordhorst und zeigte sich betroffen.

Eigentlich war er für die Aufklärung von Raubtaten zuständig, doch ein Bremer Polizist soll selbst drei Banken überfallen haben. Am 21. Juli dieses Jahres bedrohte der 55 Jahre alte Familienvater nach bisherigen Ermittlungen in der Hansestadt maskiert mehrere Bankangestellte mit einer Pistole und erbeutete 2000 Euro.

Zudem habe der Kripo-Beamte aus Stuhr bei Bremen zwei weitere Raubüberfälle im Umland versucht, sagte der Chef der Bremer Kriminalpolizei, Holger Münch, am Dienstag. Als Tatmotiv gelten finanzielle Probleme. «Er lebte über seine Verhältnisse.» Der Mann ist den Angaben zufolge möglicherweise alkoholsüchtig. Zu den Vorwürfen machte der Verdächtige bislang keine Angaben.

Wohnung des Beamten durchsucht
Eine Zeugin hatte die Bremer Ermittler auf die Spur ihres Kollegen gebracht. Am 16. Juli war ein maskierter Mann in einem Regenumhang in eine Sparkasse gestürmt, hatte sich aber plötzlich wieder umgedreht und war weggerannt. «Alle, die das gesehen haben, waren der Auffassung, dass es ein Raubüberfall war», sagte Münch.

Mehr als eine Woche später meldete sich eine Frau, die den Mann im Regenumhang in der Nähe des Tatortes gesehen und als den ihr bekannten Polizisten identifiziert hatte. Daraufhin wurde die Wohnung des Beamten durchsucht. Seine DNA-Spuren hätten mit denen übereingestimmt, die an zwei Tatorten gefunden wurden, sagte Münch.

Mann liegt mit Zusammenbruch in Klinik
«Was passiert ist, macht mich schwer betroffen», sagte der Bremer Polizeipräsident Eckhard Mordhorst. Gegen den Polizisten, der seit 35 Jahren im Dienst ist, laufe ein Disziplinarverfahren. Der 55-Jährige sei bei der Arbeit bislang «völlig unauffällig» gewesen. Der Mann liegt im Krankenhaus, weil er einen Zusammenbruch erlitten hat. Eine weitere Vernehmung sei derzeit nicht möglich, sagte Mordhorst.

Bereits am 16. August 2007 soll der Polizist maskiert und bewaffnet zum ersten Mal den Überfall auf eine Bank in Stuhr versucht haben. Er habe dort aber kein Geld bekommen und sei geflüchtet, erklärte Münch. Fast ein Jahr später in Bremen gelang es ihm dann, 2000 Euro zu rauben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass er dieses Geld brauchte, damit ein anderes Vergehen nicht aufflog: Der Polizist hatte Geld, das er bei Ermittlungsarbeiten für eine Spurensuche beschlagnahmt hatte, nicht zurückgegeben. Nach einer Beschwerde überreichte er zumindest einen Teil der Summe. Inzwischen steht aber fest: Einige dieser Scheine stammten aus dem Banküberfall vom 21. Juli. (dpa)