Neue Panne der Behörden: 

netzeitung.de3000 britische Pässe und Visa gestohlen

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Bei Kontrollen nutzlos: Gestohlene Pässe mit Chip (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bei Kontrollen nutzlos: Gestohlene Pässe mit Chip
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Serie von Datenpannen in Großbritannien reißt nicht ab: Unbekannte Täter haben einen Lieferwagen um zahlreiche Blanko-Dokumente erleichtert. Für Fälscher sollen sie angeblich wertlos sein, beschwichtigt die Regierung.

Gangster haben in England 3000 Pässe und Visa des Vereinigten Königreichs gestohlen. Unweit der Passdruckerei in Oldham bei Manchester kaperten sie am Montagmorgen einen Lieferwagen, der die Blanko-Dokumente zum Luftwaffen-Flugplatz Northolt bei London bringen sollte.

Von dort sollten sie zu britischen Botschaften in mehreren Ländern gebracht werden. Ein «schwerwiegender Verstoß gegen Sicherheitsbestimmungen» habe den Diebstahl ermöglicht, räumte das Außenministerium in London am Dienstag ein.
Sicherheitsstandards verhindern Missbrauch
Für Fälscher seien die Pässe aber wertlos, da sie nach modernsten Sicherheitsstandards hergestellt worden seien, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Sie enthielten Chips, in denen die persönlichen Daten der Passinhaber elektronisch eingetragen werden müssen.

Bei einer Prüfung würde auffallen, dass die Eintragungen in den Ausweispapieren nicht auch auf dem Chip enthalten sind. Wegen dieser Sicherheitsvorkehrungen seien die Dokumente auf dem Schwarzmarkt praktisch wertlos.

Schon der fünfte Fall von Datenverlust
Der Fall dürfte für die britischen Behörden schon zur Routine gehören, denn der Pass-Diebstahl ist mindestens der fünfte Datenverlust seit Herbst 2007. Damals waren zwei CDs mit vertraulichen Daten von 25 Millionen Menschen verloren gegangen, die Kindergeld erhalten - darunter ihre Adressen und Bankverbindungen. Die Datenträger verschwanden in der Hauspost auf dem Weg von der Steuerbehörde zur Rechnungsprüfungsbehörde.

In diesem Januar musste das Verteidigungsministerium in London dann den Diebstahl eines Laptops mit Daten von 600.000 Angehörigen und Bewerbern der Marine, der Marineinfanterie und der Luftwaffe einräumen. Auf dem Computer waren unter anderem ihre Pass- und Sozialversicherungsnummern sowie medizinische Details gespeichert.

Er wurde aus einem über Nacht geparkten Auto geklaut - auf bewachtem Militärgelände. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass ein Autofahrer auf einer Straße in Südwestengland Hunderte von Dokumenten mit persönlichen Daten britischer Bürger gefunden hatte. (nz/dpa)