Unfallserie im Atomreaktor Tricastin: 

netzeitung.de100 Kontaminierte bei vierter Panne im Juni

 Herausgeber: netzeitung.de

Umstrittener Atom-Reaktor: Tricastin (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Umstrittener Atom-Reaktor: Tricastin
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Schon wieder ist es zu einem Zwischenfall in der französischen Atomanlage gekommen. Durch ein Leck in einem Reaktor entwichen radioaktive Elemente - und verstrahlten die Anwesenden.

Die Serie der Zwischenfälle in der Atomanlage Tricastin bei Avignon reißt nicht ab. Wie französische Medien am Mittwoch berichteten, wurden bei einer Inspektion etwa 100 Menschen «leicht kontaminiert». Eine Sprecherin sagte: «Was uns Sorge macht ist weniger das Ausmaß der Verstrahlung als vielmehr die Zahl der kontaminierten Menschen», Experten hätten Ermittlungen aufgenommen.

Es ist bereits der zweite Atom-Zwischenfall in der Nuklearanlage binnen weniger Wochen. Aus einem Schlauch seien radioaktive Elemente entwichen. Die Atomaufsichtsbehörde (ASN) stufte den Unfall auf der Bewertungsskala von 0 bis 7 allerdings mit dem niedrigsten Wert 0 ein. Der Direktor der Anlage, Alain Peckre, bezeichnete den Vorfall als «belanglos».

Erst vor zwei Wochen waren in der zweitgrößten Atomanlage Frankreichs 74 Kilogramm Uran ausgetreten und in zwei Flüsse gelangt. Ende voriger Woche wurden in einer Atomanlage im Südosten Frankreichs 15 Arbeiter bei einer Inspektion verstrahlt.

EDF hatte den Vorfall erst am Montag öffentlich gemacht. Am vergangenen Donnerstag wurde zudem ein undichtes Kanalisationsrohr in einer Brennstäbefabrik in Romans-sur-Isère entdeckt, aus dem zwischen 120 und 750 Gramm Uran ausgelaufen waren. Die Pannen hatten zu scharfen Protesten von Atomgegnern geführt. (dpa/AP)