23. Jul 2008 21:39
Was tut die Kanzlerin am Donnerstag um 19 Uhr? Etwa um diese Zeit bewegt sich US-Präsidentschaftsanwärter Obama zur Berliner Siegessäule, um seine europäische Wahlkampfrede zu halten.
Das hänge davon ab, wann sie ihre Koffer packe. Die Frage zielte darauf ab, ob sie im Fernsehen die Rede des designierten US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama an der Berliner Siegessäule verfolgt. Der redet jedoch erst gegen 19.30 Uhr – beides wäre zu schaffen.Mehrfach war Merkel auf Obama, den Senator aus Illinois und Präsidentschaftsanwärter, angesprochen worden, der seine Berliner Wahlkampfrede ursprünglich am Brandenburger Tor halten wollte, nach einer Intervention Merkels jedoch an die Siegessäule ausweichen musste. Wohl auch, um einen Konflikt mit US-Noch-Präsident Bush zu vermeiden, hatte sie bemängelt, bestimmte Wahlkampfveranstaltungen müssten nicht überall in Berlin stattfinden. «Das mag altmodisch klingen», verteidigte sie sich am Mittwoch. Aber sie habe lediglich ihre Meinung zum Ausdruck gebracht. «Das muss in einem freien Land möglich sein», ergänzte sie und löste im Saal Heiterkeit aus.
Aber selbst wenn sie sich das Obama-Spektakel am Donnerstagabend live im Fernsehen anschaut, könnte Merkel wegschalten. Denn nach einer nochmaligen Erwähnung ihrer televisionären Präferenzen versicherte sie aus Proporzgründen, selbstverständlich verfolge sie auch, «wann immer es mir möglich ist, die Tagesschau» der ARD um 20 Uhr. Und auch die RTL-Nachrichtensendung erwähnte sie noch eigens. Nur «etwas schwieriger wird es mit dem Umschalten auf Sat1». Deren Nachrichtensendung läuft zeitgleich zur Tagesschau. Bayreuth ist die erste Station ihres vermutlich gut zweiwöchigen Urlaubs. Am Festspielhaus, bei dem dieses Jahr auch ein Führungswechsel ansteht, hat der norwegische Regisseur Stefan Herheim Wagners Werk neu inszeniert. (nz/AP)