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Hilferuf aus Somalia: 

Entführtes Seglerpaar bittet verzweifelt um Hilfe

22. Jul 2008 22:12, ergänzt 22:25
Fregatte Emden: Piratenjagd vor Somalias Küste
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Der Skipper hat sich per Telefon beim Nachrichtenmagazin «Spiegel» gemeldet. «Meine Lebensgefährtin wiegt nur noch 44 Kilo.» Die Segler schildern auch, wie der Überfall vonstatten ging.

Das in Somalia entführte deutsche Seglerpaar Jürgen K. und Sabine M. hat in einem Telefonat mit den Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» verzweifelt um Hilfe gebeten.

«Uns geht es immer schlechter. Und es tut sich gar nichts», klagte das Paar. «Wir schlafen auf der Erde und sind krank. Meine Lebensgefährtin wiegt nur noch 44 Kilo, sie hat fast 20 Kilo verloren», sagte der Skipper der am 23. Juni vor der somalischen Küste gekaperten Jacht dem Magazin.

Fieber, Durchfall, keine Mittel für den Diabetiker

Die beiden haben demnach Fieber und starken Durchfall und brauchen Medizin gegen Darminfektionen. Der Mann ist zudem Diabetiker. «Ich habe von der Deutschen Botschaft etwas bekommen: Sie haben mir Kartuschen geschickt, aber damit kann ich nichts anfangen. Wenn ich keine Spritze dazu habe, kann ich das Mittel nicht spritzen», wird er zitiert.

Das Telefonat kam dem Bericht zufolge über einen Mittelsmann per Handy zustande und dauerte rund 20 Minuten. Darin schildert das Paar auch den Ablauf seiner Entführung. Demnach näherten sich die Kidnapper mit Speedbooten dem Segelboot und gaben schon von weitem Schüsse ab. «Sie kamen an Bord und blieben drei Tage», berichtete die Frau. An Land seien sie dann ins Hochland geschafft worden.

Aufenthaltsort mitten im Busch

Der Skipper sagte, jetzt seien sie mitten im Busch, würden ständig von 40 bis 50 Leuten bewacht und auch bedroht. Die Entführer seien «eine ganz wilde Truppe. Und sie sind sich selbst nicht immer einig.» Seine Zähne seien locker von Schlägen mit den Gewehrkolben. Die Piraten hatten nach der Entführung «Steuern» und ein Lösegeld gefordert.

Die Küste vor Somalia ist wegen etlicher Piratenüberfälle berüchtigt. Die Behörden der betroffenen somalischen Region haben wiederholt Lösegeldzahlungen an die Seeräuber kritisiert. Sie befürchten, dass dadurch nur zusätzliche Anreize geschaffen werden, Schiffe zu überfallen und Ausländer zu entführen.

Frachtschiff vor zwei Wochen wieder freigegeben

Erst vor knapp zwei Wochen war ein vor Somalia entführtes Frachtschiff der Lübecker Reederei Karl Lehmann nach 41 Tagen wieder freigegeben worden. Nach Informationen aus Schifffahrtskreisen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi soll ein Lösegeld in Höhe von 750.000 US-Dollar, umgerechnet rund 478.000 Euro, gezahlt worden sein.

Ursprünglich hätten die Piraten ein Lösegeld von mehr als einer Million Dollar für das Schiff und die 15 Besatzungsmitglieder verlangt. (nz/dpa)

 
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