Nanga Parbat:
Wetter zwingt zu Zwischenstopp auf 7000 m
21. Jul 2008 16:58
 |  Nanga Parbat: Neunthöchster Berg der Welt | Foto: AP |
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Die Südtiroler Bergsteiger Kehrer und Nones haben ihr Basislager informiert, dass es ihnen gut geht und sie weiter in Form seien. Das Wetter lässt sie innehalten. Aber nicht nur sie sind zur Untätigkeit verurteilt.
Das Drama am Nanga Parbat dauert an. Dichtes Schneegestöber hat am Montag den Abstieg der beiden in Not geratenen Südtiroler Bergsteiger zwischenzeitlich gestoppt. Die beiden hätten das Basislager telefonisch kontaktiert und mitgeteilt, es gehe ihnen aber weiterhin gut und sie seien in Form, berichteten italienische Medien.
Simon Kehrer und Walter Nones seien auf einer Höhe von 7000 Metern auf dem Bazin-Gletscher, so der Onlinedienst «montagna.tv». Da das Schneegestöber ihre Orientierung erschwere, würden sie in ihrem Zelt übernachten, bis das schlechte Wetter abzieht. Den Angaben zufolge ist der Abstieg nun für Dienstag geplant.
Keine Aufklärung aus dem Helikopter
Die schlechte Sicht verhinderte zudem weitere Aufklärungsflüge eines Helikopters. Mit dem Flug wollten die Retter erkunden, auf welchem Weg die beiden Alpinisten absteigen. Nach Angaben von «montagna.tv» sind die Bergsteiger Maurizio Gallo und Gnaro Mondinelli, die Kehrer und Nones zusammen mit zwei einheimischen Hochgebirgsträgern entgegen gehen, inzwischen bis auf eine Höhe von etwa 5000 Metern zum Basislager am Fuße des Rakhiot-Gletschers aufgestiegen. «Es regnet, die Wolken hängen tief, es ist wirklich finster», sagte Gallo.
Messner zeigt sich optimistisch
Der Bergsteiger Reinhold Messner zeigte sich indes zuversichtlich, dass die zwei Bergsteiger den Abstieg am Nanga Parbat gut bewältigen. «Ich glaube, dass die beiden ganz gut herunterkommen. Sie haben Nahrungsmittel und sind per Satellit mit dem Basislager verbunden», sagte Messner am Montag dem Fernsehsender N24. Nach Tagen der Ungewissheit hatten die Bergsteiger am Sonntag mit Hilfe eines abgeworfenen Satellitentelefons erstmals Kontakt zu den Rettern herstellen können. Dabei kündigten sie an, über eine längere, aber relativ sichere Route absteigen zu wollen.
Keine Hoffnung für den dritten Mann
Die Männer waren am vergangenen Dienstag bei der Besteigung des 8125 Meter hohen Nanga Parbat im Himalaya von schlechtem Wetter überrascht worden. Für den dritten Bergsteiger der Gruppe - den Südtiroler Karl Unterkircher, der am Dienstag in eine Felsspalte gestürzt war - besteht nach pakistanischen Angaben keine Hoffnung mehr. Die von Unterkircher geleitete Gruppe hatte sich auf den Weg gemacht, den Gipfel über die noch nicht bestiegene Rakhiot-Eiswand zu erklimmen. Der 37-jährige Unterkircher, der in den Dolomiten lebte, hinterlässt seine Frau und drei Kinder. (nz/dpa)