Missglückte Himalaya-Expedition:
Rettungsversuch am Nanga Parbat gescheitert
18.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ahmad hatte zuvor gesagt, für den dritten Bergsteiger - den Südtiroler Karl Unterkircher, der am Dienstag in eine Bergspalte gestürzt war -, bestehe keine Hoffnung mehr. Die beiden Überlebenden säßen auf 7000 Metern Höhe fest. Sie könnten nicht alleine ins Basislager auf etwa 4000 Meter Höhe zurückkehren, «weil Regen und Sturm viele Felsspalten weit geöffnet haben». Ahmad warnte: «Die Zeit für die festsitzenden Bergsteiger läuft aus.» Sie könnten vermutlich nur noch zwei oder drei Tage ohne fremde Hilfe überleben.
Auch italienische Experten hielten es für unwahrscheinlich, dass Helikopter Nones und Kehrer an Bord nehmen könnten. Eine Landung in der Höhe sei äußerst schwierig, zitierte die Zeitung «La Repubblica» am Freitag den Alpinisten Agostino Da Polenza, der die Rettungsaktion von Italien aus koordiniert. Möglicherweise sollten von dem Hubschrauber Lebensmittel und andere Dinge abgeworfen werden, die zum Überleben der Alpinisten beitragen können. Erst wenn Nones und Kehrer den Nanga Parbat wieder ein Stück hinuntergestiegen seien, könnten Helikopter sie eventuell an Bord nehmen, hieß es weiter.
Unterkirchers Ehefrau Silke nahm Nones und Kehrer im Zusammenhang mit dem Tod ihres Mannes in Schutz. Dem Fernsehsender Sky sagte sie: «Sie haben sicher alles getan, um ihn zu retten.» Die von Unterkircher geleitete Gruppe hatte sich auf den Weg gemacht, den Gipfel über die noch nicht bestiegene Rakhiot-Eiswand zu erklimmen. Am Dienstag war Unterkircher dann in die Felsspalte gestürzt. Der 37- Jährige, der in Wolkenstein Gröden in den Dolomiten lebte, hinterlässt seine Frau und drei Kinder. (dpa)

