16.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ein strahlendes Probelm hat die Anlage Tricastin
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Sehr locker scheint eine Atomanlage in Frankreich mit strahlendem Material umzugehen. Erst liefen zehntausende Liter verseuchtes Wasser aus. Nun wurde bekannt, dass unter einem Erdhügel eine weitere Gefahr lauert.
Zehn Tage nach dem jüngsten Atomunfall in der französischen Atomanlage Tricastin gibt es Hinweise auf weitere Probleme mit einer ungesicherten Atommüll-Deponie. Die jüngsten Untersuchungen hätten Strahlenbelastungen ergeben, die nicht mit dem jüngsten Unfall in Verbindung stehen, berichtete die Zeitung «Le Monde».
Nach Ansicht unabhängiger Experten geht das Problem auf eine Deponie zurück, in der seit den 70er Jahren Atomabfälle aus militärischer Produktion lagern. Die Abfälle befinden sich unter einem etwa sechs Meter hohen Erdhügel, der nie abgedichtet wurde. Schon vor Jahren hatten Experten davor gewarnt, dass das Uran durch Regenwasser herausgewaschen werde.
Unterdessen kündigte die Chefin des Atomkonzerns Areva, Anne Lauvergeon, an, am Freitag die Anlage Tricastin zu untersuchen und die Verantwortlichen für den jüngsten Unfall zur Rechenschaft zu ziehen.
Vor zehn Tagen waren aus der Anlage Tricastin nach Angaben der Betreiber 30.000 Liter Flüssigkeit mit insgesamt 74 Kilo Uran ausgelaufen. Nach einem Bericht der Website mediapart.fr hatte ein Baustellenfahrzeug mehrere Tage vor dem Unfall eines der Auffangbecken beschädigt. Der Schaden war nicht sofort behoben worden. Die Bevölkerung war nach Ansicht von Umweltschützern zu spät über den Unfall informiert worden. Die Atomaufsicht erklärte das Gesundheitsrisiko für «gering» und stufte den Vorfall auf der Gefahrenskala von null bis sieben mit eins ein. (dpa)