Der ADAC sieht die Entwicklung dennoch auch mit Skepsis: «Der Patient Straße ist krank. Es stehen unheimlich viele gelehrte Doktoren um ihn herum und versuchen immer wieder eine neue Medizin. Das neue Pflaster ist jetzt die Standspur», kritisiert der Verkehrsexperte Thomas Hessling aus der Münchner Zentrale des Automobilclubs. Er sieht als Lösung des Stauproblems den schnellen Ausbau von Problemstrecken vor allem in Ballungsgebieten. Das Problem besteht nach Ansicht des ADAC nicht unbedingt darin, dass die Autobahnen nicht ausreichen. «Die höhere Kapazität wird nur an wenigen Stunden am Tag benötigt», sagt Hessling. Er gibt zu Bedenken, dass viele Urlauber noch immer am selben Tag in die Ferien starten und Lastwagen wegen festgelegter Liefertermine meist zu denselben Zeiten auf den Autobahnen unterwegs sind. «Alles, was dazu dient, den Verkehr besser zu verteilen, hilft gegen Stau.» (Thomas Seythal, AP)