Uran-Unfall in Frankreich: 

netzeitung.deForscher befürchten hohe Strahlenbelastung

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Wie gefährlich der Zwischenfall in Tricastin war, ist umstritten (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wie gefährlich der Zwischenfall in Tricastin war, ist umstritten
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Während die G-8-Staaten über den Ausbau der Atomenergie diskutierten, wurde in Frankreich ein Zwischenfall mit radioaktivem Abfall erst mit einiger Verspätung bekannt. Unabhängige Wissenschaftler haben nun neue Details veröffentlicht.

Bei dem Uranunfall in der südfranzösischen Atomanlage Tricastin ist nach Einschätzung unabhängiger Forscher die Umwelt stärker mit Strahlung belastet worden als bisher von den Behörden eingeräumt. Man könne davon ausgehen, dass die Strahlung 100 Mal höher sei als die für das Gesamtjahr zulässige Obergrenze, teilte die Kommission für Unabhängige Forschung und Information über Radioaktivität am Mittwoch mit.

Die Organisation forderte, dass alle Messergebnisse der Behörden umgehend veröffentlicht werden müssen. Nur so könne genau abgeschätzt werden, welche Risiken für Umwelt und Gesundheit durch den Zwischenfall entstanden seien.

Der Unfall hatte sich am Dienstagmorgen um 6:30 Uhr in einem Werk zur Behandlung von Atomabfällen bei Avignon ereignet. Die Behörden hatten aber bis zum Abend mit der Bekanntgabe gewartet. Aus einem undichten Tank waren 30.000 Liter radioaktive Flüssigkeit mit 360 Kilogramm Uran ausgetreten.

Unfall der Kategorie Eins
Ein Teil gelangte in die kleinen Flüsse Gaffière und Lauzon und die Rhône. Die Behörden gaben keine Strahlungswerte an, verboten aber in den betroffenen Gebieten, Trinkwasser zu nutzen. Zudem wurde das Baden und Fischen in den Gewässern und die Bewässerung von Feldern untersagt.

Die Behörden messen aber dem Zwischenfall keine große Bedeutung zu. Auf einer Skala für Atom-Unfälle, die von Null bis Sieben reicht, bekam das jüngste Ereignis nur Stufe Eins zugeordnet, berichtete AFP. (nz/dpa)