Das 120 Meter lange Schiff befindet sich inzwischen auf dem Weg zu einem sicheren Hafen. Dort werde die Besatzung von Bord gehen und medizinisch betreut, hieß es bei der Reederei. Vor der offiziellen Bestätigung der Freilassung seien die Familien der Seeleute vom Ende der Entführung unterrichtet worden. An Bord des unter der Flagge Gibraltars fahrenden Schiffes war kein Deutscher. Der Kapitän kommt aus Russland, die vier Offiziere stammen aus der Ukraine. Die zehn weiteren Seeleute kommen aus Birma und Estland. Ein Sprecher der Reederei lobte ausdrücklich die Besonnenheit und den Mut der Besatzung.
Die «Lehmann Timber» war am 28. Mai auf dem Weg aus dem Indischen Ozean zum Suez-Kanal von vier schwer bewaffneten Piraten überfallen worden. Anschließend wurde das Schiff vor der Hafenstadt Eyl im Norden Somalias festgehalten.
Die Stadt gehört zur autonomen somalischen Region Puntland, in der auch das Ende Juni entführte deutsche Segler-Paar vermutet wird. Das Schicksal der Entführten ist ungewiss. Das Paar aus Süddeutschland war auf dem Weg von Ägypten nach Thailand, als es vor der Küste Somalias von Piraten überfallen wurde. Angeblich verlangen die Entführer ein Lösegeld in Höhe von zwei Millionen US-Dollar. (dpa)