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Piraterie vor Somalia: 

Frachtschiff «Lehmann Timber» wieder frei

09. Jul 2008 09:11, ergänzt 11:34
Vor Somalia kommt es immer wieder zu Schiffsentführungen
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Fast sechs Wochen waren sie in den Händen von Entführern, nun sind die 15 Besatzungsmitglieder wieder auf freiem Fuß. Angeblich wurde ein Lösegeld an die Piraten gezahlt.

Das im Mai vor der Küste von Somalia gekaperte deutsche Frachtschiff «Lehmann Timber» ist wieder frei. Auch die 15-köpfige Besatzung sei nach 41 Tagen aus den Händen der Geiselnehmer freigekommen, teilte eine Sprecherin der Reederei Lehmann am Mittwoch in Hamburg mit. Alle seien unverletzt und wohlauf.

Das vor Somalia entführte Frachtschiff der Lübecker Reederei Karl Lehmann ist nach 41 Tagen in der Gewalt von Piraten wieder frei. Nach Informationen aus Schifffahrtskreisen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi wurde ein Lösegeld in Höhe von 750.000 US-Dollar (478.000 Euro) gezahlt. Die 15 Besatzungsmitglieder der «Lehmann Timber» seien unverletzt und wohlauf, teilte ein Vertreter der Reederei am Mittwoch mit.

Die «Lehmann Timber» und ihre Besatzung wurden nach Angaben einer Betreuungsorganisation für Seeleute in Nairobi bereits am Dienstag freigelassen. Ursprünglich hätten die Piraten ein Lösegeld von mehr als einer Million Dollar verlangt. Berichten eines somalischen Rundfunksenders zufolge wurde das Lösegeld auf hoher See an die Entführer übergeben. Die Freilassung sei zuvor in direkten Gesprächen zwischen Reederei-Vertretern und den Piraten vereinbart worden.

Die Reederei wollte zu diesen Berichten keine Stellung nehmen. Zu den näheren Umständen der Freilassung könnten keine Angaben gemacht werden, weil derartige Informationen die Sicherheit anderer Seeleute und Schiffe gefährden könnten, hieß es. Auch zur Ladung des Schiffes machte die Reederei keine Angaben.

Festgehalten in der Hafenstadt Eyl im Norden Somalias

Das 120 Meter lange Schiff befindet sich inzwischen auf dem Weg zu einem sicheren Hafen. Dort werde die Besatzung von Bord gehen und medizinisch betreut, hieß es bei der Reederei. Vor der offiziellen Bestätigung der Freilassung seien die Familien der Seeleute vom Ende der Entführung unterrichtet worden.

An Bord des unter der Flagge Gibraltars fahrenden Schiffes war kein Deutscher. Der Kapitän kommt aus Russland, die vier Offiziere stammen aus der Ukraine. Die zehn weiteren Seeleute kommen aus Birma und Estland. Ein Sprecher der Reederei lobte ausdrücklich die Besonnenheit und den Mut der Besatzung.

Die «Lehmann Timber» war am 28. Mai auf dem Weg aus dem Indischen Ozean zum Suez-Kanal von vier schwer bewaffneten Piraten überfallen worden. Anschließend wurde das Schiff vor der Hafenstadt Eyl im Norden Somalias festgehalten.

Die Stadt gehört zur autonomen somalischen Region Puntland, in der auch das Ende Juni entführte deutsche Segler-Paar vermutet wird. Das Schicksal der Entführten ist ungewiss. Das Paar aus Süddeutschland war auf dem Weg von Ägypten nach Thailand, als es vor der Küste Somalias von Piraten überfallen wurde. Angeblich verlangen die Entführer ein Lösegeld in Höhe von zwei Millionen US-Dollar. (dpa)

 
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