Forderung von der Fassade: 

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Forderung von der Fassade 

Lupe Riskantes Klettern fürs Klima

Er ist an unterschiedlichsten Hochhäusern in aller Welt hinaufgeklettert, um auf die Folgen der Erderwärmung hinzuweisen. Jetzt hing Alain Robert an einem Frankfurter Gebäude.

Mit einer Protestaktion in luftiger Höhe hat der französische Fassadenkletterer Alain Robert am Montag die G-8-Staaten zu Beschlüssen über mehr Klimaschutz aufgefordert. Robert befestigte in rund fünf Metern Höhe ein Protest-Banner am rund 154 Meter hohen Skyper-Hochhaus im Frankfurter Bahnhofsviertel, bevor er das Gebäude ganz hinauf- und wieder hinabstieg. Der französische «Spidermen» kletterte völlig ungesichert an Stahlstreben empor, die entlang des Hochhauses nach oben führen.

Auf dem Protest-Banner hieß es, die Folgen des Klimawandels kosteten wöchentlich mehr als 3000 Menschen das Leben und damit mehr als die Terroranschläge am 11. September 2001. Die G-8-Staaten müssten deshalb den Klimaschutz als vorrangige Aufgabe begreifen und geeignete Beschlüsse fassen, um die Erwärmung aufzuhalten.

Neben mehr Energieeffizienz fordert Robert saubere Energiegewinnung und den Stopp jeglicher Abholzung von Wäldern. Deutschland bezeichnete der professionelle Kletterer als Vorbild in Sachen Klimaschutz und verwies auf die Beschlüsse der Bundesregierung, den Ausstoß an gefährlichen Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent unter den Wert von 1990 zu drücken. Deshalb habe er sich auch für Deutschland als Ort der Protestaktion entschieden.

Auf 70 Wolkenkratzer geklettert
Robert absolvierte bereits zahlreiche spektakuläre Kletteraktionen, eigenen Angaben zufolge ist er über 70 Wolkenkratzer in aller Welt mit bloßen Händen hochgeklettert. Zu den bekanntesten gehören das Empire State Building in New York, der Sears Tower in Chicago, die Petronas Towers in Kuala Lumpur sowie der Eiffelturm in Paris. Vor knapp drei Wochen erklomm er den Turm der Dresdner Bank in Frankfurt.

Um auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen, erkletterte Robert Angaben seiner Homepage zufolge bereits Gebäude in Hongkong, New York und London. Nach zwei schweren Kletterunfällen leidet der 45-Jährige eigenen Angaben zufolge an einer 60-prozentigen Behinderung sowie an Schwindelanfällen.

«Es gibt immer ein nächstes Mal»
Den Auf- und Abstieg auf das Skyper-Hochhaus in Frankfurt bezeichnete Robert als «leicht»; nur der Wind sowie das blendende Sonnenlicht hätten gestört. Die Stahlstreben schnitten Robert zudem in die Hände, so dass er sich leicht verletzte. Polizisten nahmen den Freeclimber mit, um seine Personalien festzustellen. Strafrechtlich sei sein Verhalten aber nicht relevant, erklärte ein Sprecher.

Ob Robert die Kosten des Hilfseinsatzes - sowohl Feuerwehr als auch Sanitäter wurden herbeigerufen - tragen müsse, sei noch nicht entschieden. Robert kündigte dennoch weitere Aktionen an. «Es gibt immer ein nächstes Mal», sagte er kurz nach seinem Abstieg in Frankfurt. Solange der Ausstoß schädlicher CO2-Gase steige, werde auch er weiter auf Gebäude steigen. (Isabell Scheuplein, AP)