Abstoßende Aufnahmepraktiken:
Schlammrituale mit Nackten bei der Feuerwehr
04.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Zum öffentlichen Skandal wurden die Vorfälle, als Fotos der Vorgänge in die Medien gelangten. «Folter bei der Feuerwehr» titelte das Boulevard-Blatt. Inzwischen hat sich sogar das nordrhein-westfälische Innenministerium eingeschaltet und einen Bericht über die Vorfälle angefordert.
Der Löschzugführer und der Stadtbrandmeister sind inzwischen zurückgetreten, sagte der Sprecher der Stadtverwaltung. Derartige Aufnahmerituale seien nicht gewollt und auch nicht bekannt gewesen. Inzwischen habe sie der Bürgermeister ausdrücklich verboten, so Raudszus.
Die Geschädigte sagt in der «Bild»-Zeitung, sie sei an einen Baum gefesselt worden. Sie habe nur einen Bikini getragen: «Einer hob mein linkes Bein an, wollte mit schwarzem Filzstift in meiner Leistengegend unterschrieben. Einer rief noch: 'Dann können wir da unten auch noch rasieren.' Das ging einfach zu weit.« Allerdings war das Verfahren nach Angaben der Stadtverwaltung von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden.
Doch sorgte dieser Streit offenbar für viel böses Blut im Ort. Die junge Frau wurde aus der Freiwilligen Feuerwehr ausgeschlossen, klagte sich aber vor Gericht wieder ein. Dass jetzt Bilder von den Aufnahmeritualen den Weg in die Medien fanden, sei möglicherweise auch eine Folge dieses Konflikts, sagte Raudszus.
Ohnehin sei Oer-Erkenschwick kein Einzelfall, meinte Raudszus. Er habe nach der Veröffentlichung der Fotos von den Aufnahmeritualen eine Reihe ganz ähnlicher Bilder von anderen Feuerwehren im Internet entdeckt. (nz/AP)

