03.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ohne die geht es bei der Hochzeit nicht
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In den USA kann man ganz spontan und ohne großen Papierkrieg heiraten oder nur mit ärztlichen Attest - je nach Bundesstaat. In Spanien kann man sich sogar von Kommunisten trauen lassen.
In Deutschland können ab dem 1. Januar 2009 Paare grundsätzlich ohne vorherige standesamtliche Trauung kirchlich heiraten. Die großen Kirchen wollen allerdings an der engen Verbindung von kirchlicher Hochzeit und zivilrechtlicher Eheschließung festhalten. Im Ausland gibt es dazu unterschiedliche Regelungen.
USA: Jeder Bundesstaat andersIn den USA können Trauungen ohne Vertreter einer Behörde stattfinden. Vorschriften unterscheiden sich im Detail von Bundesstaat zu Bundesstaat. Heiratswillige müssen bei der für sie zuständigen Behörde für Eheschließungsangelegenheiten eine «Heiratslizenz» besorgen. Dafür muss man unter anderem ein heiratsfähiges Alter nachweisen und man muss versichern oder nachweisen, dass man nicht schon verheiratet ist. In einigen Staaten wird getestet, ob man keine ansteckenden Krankheiten hat.
Geheiratet wird mit Hilfe eines Richters, Pastors oder in manchen Staaten eines Friedensrichters. Nach der Zeremonie wird das Eheschließungsformular beim «Standesamt» eingereicht und die Ehe ist besiegelt. In Maryland zum Beispiel werden Eheschließungen von Quäkern und anderen religiösen Gruppen anerkannt, die auf Pastoren verzichten. Die Paare müssen lediglich öffentlich das Eheversprechen ablegen. In Texas reicht es, dass das Paar unter Eid eine Erklärung unterzeichnet, dass sie sich als Ehepaar betrachten.
Spanien: Nur die Kirche zählt auchIn Spanien wird die religiöse Trauung von Katholiken, Protestanten, Juden und Muslimen vom Staat anerkannt. Voraussetzung ist jedoch, dass diese Eheschließungen im Anschluss auch beim Meldeamt eingetragen werden. Bei den Katholiken macht das der Pfarrer, in anderen Fällen ist es auch möglich, dass das Paar selbst mit den Papieren zum Meldeamt geht. Alleine die Eintragung, etwa ins Kirchenbuch, reicht nicht aus.
Nicht notwendig ist, vor oder nach der kirchlichen Trauung noch vom Standesbeamten getraut zu werden. Standesamtliche Eheschließungen kann jeder Stadtverordnete vornehmen. So lassen sich Kommunisten von kommunistischen Kommunalpolitikern trauen, Konservative von Konservativen. Eheschließungen anderer Glaubensgemeinschaften wie Mormonen, Zeugen Jehovas oder gar Scientologen werden nicht anerkannt. In Spanien gab es vereinzelt Forderungen, dass nur noch die standesamtliche Trauung gelten sollte.
Niederlande: Standesamt notwendigIn den Niederlanden haben im vergangenen Jahr rund 75.000 Menschen geheiratet. Staatlich anerkannt wird nur die standesamtliche Hochzeit, ohne sie ist eine kirchliche Trauung nicht gestattet. Grund ist die strikte Trennung von Staat und Kirche. Während in den Niederlanden auch Lesben und Schwule standesamtlich heiraten dürfen, ist das in vielen katholischen und streng calvinistischen Kirchen untersagt. (epd)