Endgültig werde über eine Einstellung des Verfahrens jedoch erst nach Prüfung des Berichtes der Polizei entschieden, hieß es in einer Erklärung der Anklagebehörde. Mindestens bis Mitte August unterliege der Fall daher weiter der Geheimhaltung. Nach portugiesischen und britischen Presseberichten enthält das Dutzende von Bänden umfassende Dossier nichts, was eine fortgesetzte Einstufung der McCanns als Verdächtige rechtfertigen könnte. Daher wird allgemein mit der offiziellen Entlastung der Eltern Madeleines gerechnet. Derweil gehen «hinter den Kulissen» private Ermittlungen weiter, erklärte Mitchell. Für diese «sehr gewissenhafte Arbeit in vielen Ländern» seien die portugiesischen Akten von großer Bedeutung. «Diese Informationen könnten helfen, Madeleine zu finden oder doch wenigstens diejenigen vor Gericht zu bringen, die sie entführt haben. Deshalb dürfen diese Unterlagen mit all ihren Informationen nicht einfach in irgendeinem Regal Staub ansammeln.»
Bereits vor der vorläufigen Einstellung der Ermittlungen hatte die McCanns juristische Schritte erwogen, um den Zugang zu den Polizeiakten zu erzwingen. Laut «Guardian» haben sie angesichts der neuen Entwicklungen von einer entsprechenden Klage vor dem Obersten Gericht in London Abstand genommen. Nach der offiziellen Schließung des Falls könnten auch in Portugal Privatdetektive tätig werden, denen Ermittlungen dort bislang wegen des schwebenden Verfahrens Ermittlungen untersagt sind, erläuterte Mitchell. (dpa)