01.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Das Ende: Selbstmord im Gefängnis
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Er war dringend tatverdächtig, seine beiden Kinder umgebracht und seine Frau schwer verletzt zu haben - nun hat der 37-Jährige sich selbst getötet. Obwohl er nach seinem ersten Selbstmordversuch bereits unter Beobachtung stand.
Drei Tage nach der Ermordung seiner Kinder hat sich der dringend Tatverdächtige Vater aus Ludwigshafen in einem Justizvollzugskrankenhaus selbst umgebracht. Der 37-Jährige habe sich mit einer gestohlenen Rasierklinge verletzt und so viel Blut verloren, dass er nicht gerettet werden konnte, teilte die Staatsanwaltschaft Trier am Dienstag mit. Der Mann hatte bereits am Samstag einen Selbstmordversuch unternommen.
Die Tat hatte sich morgens nach einer Kontrolle in einem Zimmer ereignet, das der Mann mit drei anderen Gefangenen teilte. Er war wegen eines vorangegangenen Selbstmordversuchs in dem Krankenhaus behandelt worden. Er soll für seinen Selbstmord einen Einwegrasierer benutzt haben, den einer seiner Mitgefangenen seit zwei Tagen vermisst hatte. Eine Obduktion soll die genauen Todesumstände klären.
Ehefrau hat massive KopfverletzungenDer Mann soll seine vier Jahre alte Tochter und seinen zwölfjährigen Sohn erdrosselt und seine 33 Jahre alte Frau lebensgefährlich verletzt haben. Die Hintergründe der Tat, die am Samstag im Haus der Familie entdeckt worden war, sind nach Angaben der Ermittler immer noch unklar. Der Familienvater hatte selbst die Polizei gerufen. Er wurde aber erst Stunden nach seiner Familie an einem nahe gelegenen Weiher entdeckt. Er hatte sich selbst lebensgefährlich verletzt und kam deshalb in das Justizkrankenhaus.
Gegen den Verdächtigen wurde Haftbefehl wegen zweifachen Mordes und versuchten Totschlags erlassen. In einer Vernehmung sagte der Mann aus, er könne sich nicht an das Geschehen erinnern. Auch zum Motiv machte er keine Angaben. Die Ermittler setzen ihre Hoffnungen deshalb auf die Befragung der Ehefrau, die bei der Tat massive Kopfverletzungen erlitten hatte. Das Amtsgericht Ludwigshafen bestätigte unterdessen einen Bericht des «Mannheimer Morgen», wonach das Haus der Familie im Mai zwangsversteigert worden war.
Staatsanwaltschaft verteidigt HaftbedingungenOberstaatsanwalt Horst Roos verteidigte die Haftbedingungen für den Mann. Er sei bewusst nicht in einer Einzel-, sondern einer Gemeinschaftszelle untergebracht gewesen, damit er besser habe kontrolliert werden können. Das System habe ja auch funktioniert: Ein Mitgefangener habe Alarm ausgelöst. Allerdings seien die Verletzungen so schwer gewesen, dass der Familienvater nicht habe gerettet werden können. (nz/AP/dpa)