29. Jun 2008 13:57
Tausende protestierten 1987 in Berlin gegen den damaligen US-Präsidenten. Er aber forderte von Gorbatschow: «Reißen Sie diese Mauer nieder!» 881 Tage später war es so weit. Nun soll Reagan in der Ex-Mauerstadt geehrt werden.
In Erinnerung blieb der knapp fünfstündige Reagan-Besuch aber auch wegen heftiger Proteste von Aufrüstungsgegnern. Die Polizei sperrte damals halb Kreuzberg ab, um größere Ausschreitungen zu verhindern. Reagans Appell an Gorbatschow ging zwar in die Geschichte ein, die Berliner zollten ihm dafür bisher aber keine Anerkennung. Während US-Präsident John F. Kennedy, der 24 Jahre vor Reagan seine historische «Ich bin ein Berliner»-Rede vor dem Schöneberger Rathaus hielt, mit einer Gedenkplakette geehrt wurde und einem Platz, einer Schule und einem Universiätsinstitut seinen Namen gab, erinnert in Berlin rein gar nichts an Reagan.
Dies zu ändern, hat sich nun Michael Reagan, der Adoptivsohn des im Jahr 2004 verstorbenen Ex-Präsidenten, auf die Fahnen geschrieben. Am Montag will er im Café Einstein, nur wenige hundert Meter vom Brandenburger Tor entfernt, eine Kampagne für ein Reagan-Denkmal starten. «Wir stellen uns eine große Statue oder Büste vor», sagt der 63-Jährige. Als möglichen Standort habe er den an das Brandenburger Tor grenzenden Tiergarten ins Auge gefasst.